Ich habe mal alte Schulbücher und Laufbücher heraus gekramt und versucht, eine , um hoffentlich verständlichere Erklärungen geben zu können.
Bewegung wird ermöglicht durch die Zugkraft der Muskeln. Weil sich der Muskel auf einen Reiz hin zusammenziehen (kontrahieren) kann und weil das Skelett gegeneinander beweglich ist, ist der Muskel der Motor des Bewegungsapparates. Die Qualität dieser Zugkraft hängt von diversen Faktoren ab. Eine davon sind zwei unterschiedliche Muskelfasern. Jeder Muskel besteht aus einer Menge von Muskelfasern. Weiße Muskelfasern ermöglichen kräftige Kontraktionen, ermüden aber auch schneller. Rote Muskelfaser reagieren langsamer, ermüden dafür langsamer. Es ist wohl klar, dass im Langstreckenbereich die roten Muskelfasern dominieren. Der Anteil der jeweiligen Muskelfaserart ist angeboren. Das Verhältnis liegt beim Durchschnittsmenschen etwa bei 50:50. Es gibt jedoch auch Extreme von 10:90 bzw. 90:10, die auch besondere Talente im Schnellkraft- bzw. im Ausdauerbereich bedeuten.
Unsere Muskeln benötigen für Ihre Arbeit Treibstoff, den wir durch atmen und durch Nahrungsmittel zuführen. Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette werden in Magen und Darm zerkleinert und dann als energiereiche Vorräte gespeichert. Für Langstreckenläufer sind die in Form von Glykogen gespeicherten Kohlenhydrate in der Leber und der Muskulatur von großer Bedeutung. Diese körprereigenen Vorratskammern bleiben bei geringer Belastungsintensität unangetastet, denn die Muskulatur gewinnt die zur Arbeit benötigte Energie durch den Abbau von Fetten (Lipolyse). Bei der so genannten aeroben Glykolyse werden Glykogegen beziehungsweise Fettsäuren unter dem Einfluss von Sauerstoff restlos zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Begrenzender Faktor ist dabei die Sauerstoffaufnahme. Benötigen unsere Muskeln mehr Sauerstoff als der Körper durch Atmen zur Verfügung stellen kann, geht der Körper dann ein Sauerstoffdefizit ein. Er wird dann gezwungen die benötigte Energie durch die anaerobe Glykolyse (die Kohlenhydratvorratskammern) zu gewinnen, da dabei kein Sauerstoff notwendig ist Diese Form der Energieerzeugung hat jedoch große Nachteile, denn das Endprodukt der Glykolyse ist das Milchsäuresalz Laktat (ähnlich wie CO2 bei der Verbrennung von Benzin beim Autofahren ist).
Ein zunehmenender Milchsäureanteil in der Muskulatur vermittelt uns das Gefühl "dicke" Beine zu haben. Tatsächlich werden wir unter Sauerstoffschuld Schritt für Schritt "sauerer". Die im Übermaß anfallende Milchsäure schädigt darüber hinaus auch die empfindlichen Enzyme der Energiegewinnung und bewirkt so einen Einbruch der Leistung oder einen Zustand totaler Erschöpfung.