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Dein Lauftraining-Tagebuch

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Alt 14.08.2008, 09:17   Das ursische Buch Beitrag #1
ursenfuns
Buckliger Jaucher
 
Benutzerbild von ursenfuns
 
Registriert seit: 19.06.2008
Beiträge: 1.820
Standard Das ursische Buch

...klingt wie ein Umberto Eco-Titel
So, nachdem ich jetzt doch schon fast 3 Monate am Ball mit der Lauferei bin, mach ich auch ein Tagebuch zwecks Langzeitmotivation auf

Erst mal die bisherigen groben Zwischenergebnisse aus meinem persönlichen Lauftagebuch, das ich seit Juni führe:

Juni
km.......zeit......zeit/km
81,3.....564min....6min56sek

Juli
km.......zeit......zeit/km
116,1....711 min...6min7sek



Und der Roman der Laufgeschichte (eigentlich wollte ich mich ja kurz fassen) falls sich das wer antun will

Es war einmal:

Laufen für sich als Religion zu bezeichnen ist natürlich ein ganz klein wenig klischeebeladen und esoterisch. Aber auf mich trifft es in so fern zu, dass ich offenbar immer erst dann wieder dazu finde, wenn's mir schlecht geht, was Religionen ja auch nachgesagt wird

Meine ersten Lauferfahrungen machte ich vor ca. 7 Jahren (mein Gott, so lange schon) auf ärztlichen Rat hin. Ich litt damals an Einschlafstörungen, Herzstolpern, Panikattacken, bedingt vermutlich durch Stress und Studiums-Frust (Und die zwei Liter Kaffee pro Tag...?). Mein Hausarzt führte verschiedene EKGs durch und bescheinigte mir und meinem Herz Gesundheit – und die Kondition eines Rentners. Ich war 23 Jahre alt, Raucher, Gelegenheitstrinker und hatte seit meinem 14 Lebensjahr keinen Sport mehr gemacht. Da ich Ballsportarten verabscheue und mir überhaupt Vereine und Gruppendynamik suspekt waren, entschied ich mich für's Laufen.

In halb zerfallenen Basketball-Schuhen und Werbegeschenk-Trainingsanzug absolvierte ich meine ersten "Trainingseinheiten". Es war ein verregneter Herbst damals, und darum war ich dankbar: So bin ich nämlich unterwegs kaum wem begegnet. Aber immerhin bin ich es richtig angegangen. Meine erste Strecke war 3 km, halb gewandert, halb gejoggt. Nach einigen Wochen hab ich mir dann sogar echte Laufschuhe geleistet - und für den beginnenden Winter regelrecht professionelle Bekleidung bei Tschibo besorgt. Und irgendwie hatte ich dann plötzlich Spaß gefunden und bemerkte mit Faszination, wie die Kondition von Woche zu Woche besser wurde. Nach einem guten halben Jahr konnte ich 10km am Stück laufen - ohne Beschwerden jedweder Art. Mittlerweile waren alle gesundheitlichen Sorgen weg, ich war selbstbewusster, konnte gut schlafen und hatte das Rauchen stark eingeschränkt. Außerdem lenkte ich mein Leben in eine neue Bahn, weg von der BWL, hin zum Medieninformatiker.

Da ich vor sehr langen Einheiten aber immer noch einen großen Respekt hatte, weil ich ab einem gewissen Erschöpfungsgrad nach wie vor zum Herzstolpern neige, schloss ich mich zwei Kollegen an, die Sonntags ihre 30km Touren machten, bei denen ich die ersten 20 mit lief und dann ausstieg. Zu der Zeit feierte ich auch meine größten "Erfolge", ein HM in 1h45min und einen 10km-Lauf in 43min 15sek.

Während meiner Ausbildung fingen dann - bedingt durch schlechte Sitzposition an einem völlig unergonomischen Arbeitsplatz - die Probleme mit dem Kreuzbein und den Iliosakralgelenken an. Auf Rat eines unfähigen Orthopäden stellte ich den Sport ein – im Nachhinein vermutlich der größte denkbare Fehler. Seit dem ging es immer mehr bergab mit der Lauferei. Zwar fing ich immer mal wieder an, doch hielt es nicht mit Regelmäßigkeit durch. Zudem kam ein Hund dazu, den sich eigentlich meine Eltern kauften, aber der moralisch eher meiner wurde Meine wenige freie Zeit verbrachte ich lieber mit endlosen Spaziergängen mit etlichen Spielunterbrechungen mit dem Hund, als mit Training, dass für ihn eher langweilig war. Ein junger Hund läuft halt nicht gern stundenlang öde vor sich hin. Eine Zeit lang schwamm ich regelmäßig, doch seit Mitte 2006 hatte ich dann durch einen zwar schönen aber überstundenlastigen Arbeitsplatz fast jegliche sportliche Aktivität aufgegeben.

Seit April diesen Jahres kamen dann wieder gesundheitliche Sorgen zurück. Permanenter teils starker Schwindel und wieder Herzstolpern, sowie daraus ausgelöste Panikattacken und Schlafstörungen. Alle ärztlichen Untersuchungen, vom Allgemeinarzt über die Radiologie, Neurologie und Kardiologie brachten keine Diagnose. "Vielleicht eine Vireninfektion", "Vielleicht die Halswirbelsäule". Also versuchte ich es mal wieder mit dem, was schon mal geholfen hatte - Sport und gesünder Leben, aber diesmal richtig. Und ein zweites Mal besann ich mich zurück aufs Laufen und ordnete meine Woche neu ein. Rauchen hab ich diesmal gleich ganz aufgegeben und auch Alkohol gibt's nur noch zu besonderen Anlässen. Außerdem achte ich zum ersten Mal in meinem Leben auf eine bewusste Ernährung. Alle Hobbys außer dem Hund mussten zurückstecken, meine Gesundheit war mir wichtiger. Und auch Pootchen (dem Hund) tut es mittlerweile denk ich ganz gut, wenn er seine Kondition etwas trainieren und locker vor sich hintraben kann, statt wie ein irrer dem Ball hinterher zu flitzen.
Und was soll ich sagen. Einbildung oder nicht, es half wieder. Zur Zeit fühl ich mich einwandfrei. Die Ziele sind erst mal, wieder in einen Zustand zu kommen, in dem an ernsthafte Trainingspläne überhaupt zu denken ist. Und die in der Signatur aufgeführten Und dann mal schauen. So richtig ambitioniert wie viele hier werd ich wohl nie werden, aber ein Marathon sollte früher oder später auch schon mal drin sein, egal mit welcher Endzeit.
ursenfuns ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 09:23   Das ursische Buch Beitrag #2
ursenfuns
Buckliger Jaucher
 
Benutzerbild von ursenfuns
 
Registriert seit: 19.06.2008
Beiträge: 1.820
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Und gleich der erste Beitrag.

Nach einer Schienbeinprellung am rechten Bein ging ich es vorsichtig an, nachdem ich aber rechts völlig schmerzfrei war, entschied ich mich während dem Lauf für eine (für mich) längere Strecke und bekam nach einem kurzen Anstieg dann ironischerweise leichte Schmerzen links, während das rechte Bein problemlos war.
Das linke Knie muckte etwas innen, fühlte sich an, als würde es bei jedem Schritt leicht verdreht werden. Vielleicht eine unbewusste Ausgleichsbewegung wegen der Verletzung rechts? Aber die spürte ich ja gar nicht?
Ich werd drauf achten.

km.......zeit......zeit/km
10,65....65,20.....6min8sek
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Alt 14.08.2008, 09:34   Das ursische Buch Beitrag #3
Gast3660
Gast
 
Beiträge: n/a
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Hallo ursenfuns,

vielen Dank für diesen Einblick in dein Läuferleben - die Lektüre hat mir sehr viel Freude bereitet, ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht und ob das "Religionsverhalten" nochmal zu Tage kommt .

Ich frage mich gerade, warum ich in meiner "Panikattacken"-Zeit vor drei Jahren nicht auf die Idee gekommen bin, zu laufen, sondern mich lieber mit Tabletten versorgt habe .

LG,
Chicks_rules.
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Alt 14.08.2008, 10:03   Das ursische Buch Beitrag #4
]morticia[
Sportabzeichenüber
 
Benutzerbild von ]morticia[
 
Registriert seit: 19.04.2007
Beiträge: 1.465
Standard

Hey! Wir haben ja sogar was gemeinsam.

Zitat:
Zitat von ursenfuns Beitrag anzeigen
und für den beginnenden Winter regelrecht professionelle Bekleidung bei Tschibo besorgt.
Waren und sind auch meine bisher einzigen Winterklamotten.


Zitat:
Zitat von ursenfuns Beitrag anzeigen
Medieninformatiker.
Hab ich auch Mal studiert.

Viel Erfolg weiter beim Laufen. Pootchen ist ein lustiger Name. Kommt der immer zu deinen Läufen mit oder ab und an Mal?
]morticia[ ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 11:08   Das ursische Buch Beitrag #5
ursenfuns
Buckliger Jaucher
 
Benutzerbild von ursenfuns
 
Registriert seit: 19.06.2008
Beiträge: 1.820
Standard

Zitat:
Zitat von Chicks_rules Beitrag anzeigen
Ich frage mich gerade, warum ich in meiner "Panikattacken"-Zeit vor drei Jahren nicht auf die Idee gekommen bin, zu laufen, sondern mich lieber mit Tabletten versorgt habe .
Solang es geholfen hat, ist doch auch das in Ordnung. Sowas klingt im Nachhinein immer so harmlos. Aber in der Zeit leidet man ohne Ende, weil man einfach nicht weiß, was das ist und wie man damit umgehen muss. Ich hab mir bei dieser Schwindel-Geschichte manchmal nur gewünscht, dass mir einer sagt, warum ich das hab, und wenn die Diagnose noch so übel gewesen wäre. Mir hatten sogar einige Leute explizit von Sport abgeraten, solang ich nicht wüsste, was die Ursache wäre. Aber ich musste einfach irgendwas versuchen, sonst wär ich wahnsinnig geworden.

@]morticia[

Der Hund kommt mit, so oft es die Zeit zulässt. Ist halt immer etwas kompliziert und zeitraubend, weil ich nach der Arbeit erst zu mir muss, umziehen, dann zu meinen Eltern, mit Hund zum Wald fahren, laufen, Hund zurückbringen, Hund säubern (Die alte Bachwutz schafft es immer, sich irgendwo einzusauen ), wieder heimfahren, duschen...
Von mir aus ist's dagegen nur 200m durchs Wohngebiet und dann ab in den Wald und der Nase nach, und bei der Rückkehr auf direktem Weg unter die Dusche und fertig.

Die "normalen" Ausflüge am Wochenende mach ich trotzdem mit ihm. Und das sind dann immer gleich drei bis vier Stunden Spaziergang oder Treffen mit Hundekollegen am Stall.
ursenfuns ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 14.08.2008, 12:19   Das ursische Buch Beitrag #6
Gast3660
Gast
 
Beiträge: n/a
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Zitat:
Zitat von ursenfuns Beitrag anzeigen
Solang es geholfen hat, ist doch auch das in Ordnung.
Geholfen hat es - ich war aber halt nicht wirklich "da" - alles war hinter einem Schleier. War echt ne komische Zeit (ich bin grade verblüfft, wie lange das alles schon wieder her ist ...).

LG.
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Alt 14.08.2008, 13:04   Das ursische Buch Beitrag #7
Kookie
finally back...
 
Benutzerbild von Kookie
 
Registriert seit: 07.09.2007
Ort: Schweiz
Beiträge: 2.573
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Hey!
Cool, dass du jetzt auch TB schreibst! Ich habe zu einem früheren Zeitpunkt schonmal nach einem ursenfuns-TB gesucht, natürlich ergebnislos...!
Zu deinem langen Text...Den habe ich mir echt gerne angetan, dieser kurze Einblick in dein Leben ist spannend geschrieben und ich kann gewisse Parallelen zu meinem Einstieg in den Ausdauersport finden. Ich "leide" auch unter Herzrhythmusstörungen, sogenannten Extrasystolen. Das Zeugs hat mich früher fast kirre gemacht, ich wurde teils richtig panisch, hatte das Gefühl jederzeit einem Herzkaspar zu erliegen...Du kannst sowas wohl nachvollziehen, lustig ist anders...!

Nun ja, auch mir geht es jetzt wo ich regelmässig Sport treibe VIEL besser. Das Stolpern ist zwar ab und an noch da, doch damit kann ich umgehen.
Ich stoppe mich hier, ist ja schliesslich dein und nicht Kookies TB...!

Werde sicher wieder bei dir reinlesen, wünsche dir weiterhin viel Freude am Laufen!
Kookie ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.08.2008, 14:57   Das ursische Buch Beitrag #8
ursenfuns
Buckliger Jaucher
 
Benutzerbild von ursenfuns
 
Registriert seit: 19.06.2008
Beiträge: 1.820
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Nach der Bandprobe noch Training bringt offenbar nix. Das Erdinger sollte man auch nur nach dem Laufen trinken, nicht davor. So bin ich nämlich direkt mal um 21:00 Uhr nach gerade 500 Metern in ein Leistungstief und Unterzucker geraten.
Hab dann ca ne halbe Stunde trödeln müssen, bis es überhaupt noch mal ging. Und danach kam dann auch nicht mehr viel. Und zu kalt angezogen war ich auch noch. Naja, wollt ja eigentlich auch schneller laufen.
Heut fühl ich mich zudem noch etwas erkältet, vermutlich dank dem ewigen Telefongespräch, dass ich mit nassen Sportklamotten dann zu Haus noch geführt hab.

Einfach unnötig.
Wär ich nur lieber heut bei schönstem Sonnenschein und 19° gelaufen.


km.......zeit......zeit/km
8........49,15.....6min8sek
ursenfuns ist gerade online   Mit Zitat antworten
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