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Laufsport - Ernährung & Gesundheit

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Alt 08.11.2005, 07:55   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #1
X_ander
Krabbelgruppler
 
Registriert seit: 02.11.2005
Beiträge: 15
Standard Ernährungspyramide oder Glykämischer Index?

Jede Strategie hat sein Für und Wider.

Die Pyramide setzt auf eine prozentuell genaue Verteilung einzelner Nahrungsmittel.

Der GI bezieht sich nur auf Kohlenhydrate, bzw. Zucker. Ist er deshalb nur eine halbe Sache?

Über Richtig und Falsch oder fast Richtig und fast Falsch (?) könnte man Bücher schreiben, aber nach welchen Kriterien isst jeder einzelne?
X_ander ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 08:37   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #2
Saschoni
Hüftroller
 
Benutzerbild von Saschoni
 
Registriert seit: 30.09.2005
Ort: Krefeld
Beiträge: 83
Standard

Die Wahrheit über den Glykämischen Index!

Kein Zusammenhang zwischen berechnetem und tatsächlich gemessenem GI


von Univ.Prof. Dr. Kurt Widhalm und Mag. Doris Fussenegger

--------------------------------------------------------------------------------


Die medial aufgebauschte Popularität von Diäten mit geringem Kohlenhydratanteil und insbesondere niedrigem Glykämischen Index (z.B. „Glyx“- od. „LOGI“- Diät) sorgt weiterhin für heftige Debatten in den Reihen der „Ernährungsexperten“. Die widersprüchlichen Studienergebnisse zum präventiven und therapeutischen Nutzen einer derartigen Ernährungsform für Diabetiker, Übergewichtige und Personen mit kardiovaskulären Erkrankungen verlangen für eine allgemeine Konsensfindung dringend nach (bislang nicht vorliegenden!) prospektiven Langzeituntersuchungen.

Abgesehen von dieser kontroversen Sachlage wird zudem wiederholt Kritik an der praktischen und klinischen Anwendbarkeit des Glykämischen Index geäußert, da die bestehenden internationalen GI-Tabellen nur einzelne Lebensmittel erfassen, die jedoch in praxi meist in kombinierter Form und nach unterschiedlichen Zubereitungsarten verzehrt werden. Insofern stellt sich die grundlegende Frage, inwieweit der GI von zusammengesetzten Mahlzeiten oder komplexen Diäten auf Basis dieser Tabellen überhaupt vorhersagbar ist.

Angesichts dieser Problematik untersuchte jüngst die dänische Forschergruppe um Flint et al. mittels randomisierter Cross-over- Studie die Vorhersagbarkeit des GI von 13 typischen europäischen Frühstücksmahlzeiten (Variationen aus Brot, Butter, Käse, Marmelade, Müsli, Haferflocken, Corn Flakes, Milch, Milchbrötchen, etc.). Hierzu testeten 28 gesunde, normalgewichtige Männer im Alter von durchschnittlich 25 Jahren im Abstand von jeweils 7 Tagen 10 unterschiedliche Mahlzeiten inklusive einer Referenzmahlzeit (weißes Brot aus Weizenmehl). Alle Mahlzeiten enthielten jeweils 50 g verfügbare Kohlenhydrate, wobei Energie-, Fett-, Protein- und Ballaststoffgehalte beträchtlich variierten. Zur Berechnung des vorhergesagten Gesamt- GI dienten lebensmittelspezifische Angaben von Kelloggs Europe sowie die Tabelle von Foster-Powell & Brand-Miller.

Mittels Blutproben, die im Laufe von 120 Minuten nach erfolgter Nahrungsaufnahme entnommen wurden, konnten der tatsächliche GI der einzelnen Mahlzeiten und die Insulinantwort gemessen werden.

Die Datenanalyse zeigte, dass kein Zusammenhang zwischen berechnetem und gemessenem GI sichtbar wurde (s. Diagramm)

Diagramm siehe http://gin.uibk.ac.at/thema/sportund...mwidhalm3.html.

Vielmehr erwiesen sich der Fett- und Proteingehalt als stärkere Prädiktoren für den GI von zusammengesetzten Mahlzeiten. (p<0,001)



Berechneter vs. tatsächlich gemessener GI von 14 Frühstücksmahlzeiten (50 g Kohlenhydrate/ Portion)

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand, der sich vorwiegend auf Kurzzeitstudien mit kontroversen Studienergebnissen stützt, ist nicht nur der rein funktionelle Benefit einer Low- GI- Diät zur Prävention und Behandlung von Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauferkrankungen umstritten.

Auf Grundlage vorliegender Resultate muss darüber hinaus auch die praktische Anwendbarkeit unter nicht-standardisierten Bedingungen in Frage gestellt werden. Die GI- Berechnung von zusammengesetzten Mahlzeiten auf Basis von GI- Tabellen für einzelne Lebensmittel divergierte deutlich von den tatsächlich gemessenen GI- Werten, woraus abzuleiten ist, dass nicht nur der Kohlenhydratgehalt allein für den GI einer gesamten Mahlzeit ausschlaggebend ist. Diesbezüglich scheinen der Fett- und Proteingehalt eine umso maßgeblichere Rolle zu spielen.

Wie bereits bekannt, kann selbst der GI eines einzelnen Lebensmittels beträchtlichen Schwankungen unterliegen, die insbesondere vom Reifungsgrad und der Sorte des Lebensmittels sowie dessen küchentechnische Zubereitungsart und Dauer des Kochprozesses bestimmt werden.

Summa summarum erweist sich der GI als praxisrelevantes Instrument zur ernährungsmedizinischen Beurteilung von Lebensmittel als ungeeignet.

Geändert von Saschoni (08.11.2005 um 08:45 Uhr)
Saschoni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 10:32   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #3
Kobold
Stolperer
 
Registriert seit: 15.09.2005
Ort: Trier
Beiträge: 129
Standard

prima Link, danke!
Endlich mal 'ne kontrollierte Studie, mit der dieser Hype um den "GLYX" widerlegt wird ich konnte den Quatsch nicht mehr hören!!!
Die Reaktionen des Körpers auf Nahrungsmittel sind eben doch ein so komplexer Prozess, dass man sich nicht auf (scheinbar) logische Überlegungen verlassen kann, sondern konkret untersuchen muss, wie sich verschiedene Einflussfaktoren im Zusammenspiel auswirken ...
Ich denke, dass man auf der sicheren Seite ist, wenn man sich "normal ausgewogen" (viel frisches oder TK-Obst & -Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte, wenig Fertigprodukte/Industrie-Lebensmittel) ernährt ... mir persönlich wäre es eh' zu lästig, mich an strengen Vorgaben zu orientieren und mehr zu rechnen als zu essen
Kobold ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 11:13   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #4
Saschoni
Hüftroller
 
Benutzerbild von Saschoni
 
Registriert seit: 30.09.2005
Ort: Krefeld
Beiträge: 83
Standard

@ Kobold

Genau richtig.....die Leier ist doch immer die Gleiche....die Menschen wollen abnehmen ohne Ihre Ernährung ein bisschen zu hinterfragen und ohne sich zu bewegen und das öffnet einen riesen Markt für die Lebensmittelindustrie, diese arbeitet mehr als professionell und schlachtet diese trends gnadenlos aus...ja , sogar...sie macht diese trends erst mit enormen Marketingaktionen und schlachtet sie dann aus.
Man muss sich nur mal überlegen wie groß die Marketingetats beispilesweise von Nestle ist....man kann doch nicht im ernst glauben die investieren dieses Geld umsonst, oder....Ich gebe dir völlig Recht, nur der gesunde Menschenverstand reicht aus um ein ausgewogenes leben zu führen...dafür braucht man auch keinen Universitätsabschluss , wie einige hier glauben.

Abwechslungsreich essen, wenig fast food und nicht ganz so oft Süßes und ein bisschen Bewegung ist der Schlüssel zum Erfolg.

sascha
Saschoni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 13:00   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #5
X_ander
Krabbelgruppler
 
Registriert seit: 02.11.2005
Beiträge: 15
Standard Amerika: Die Parade-Ernährungspyramide

Dass die Amerikaner an einer starken (teilweise sogar 50% der Bevölkerung) Verfettung leiden ist so manchen bekannt. Vor Jahren wollte man dem schon zu Leibe rücken und schuf dabei die Ernährungspyramide. Sie sollte den Trend in die andere Richtung in Bewegung setzten, doch nicht einmal eine Stagnation wurde erreicht.

Das wirft jetzt die Frage auf, ob die Pyramide falsch, die Ami's zu unkonsequent oder doch der 'Schachtelwirt' mit seinem Pseudo-Grünzeug daran schuld ist.
X_ander ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 13:56   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #6
Saschoni
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Benutzerbild von Saschoni
 
Registriert seit: 30.09.2005
Ort: Krefeld
Beiträge: 83
Standard

Manchmal ist die einfachste Lösung die plausibelste,,,,"""die Amis essen zuviel""" und bewegen sich zu wenig, einfach , oder???

Es gibt ja die schöne Behauptung das die Amis so fett sind weil sie zu häufig Fast food essen....dies ist jedoch nicht der Fall, sie essen genau so oft fast food wie die Europäer...es hat sich jedoch was anderes sehr Auffälliges ergeben:

In Amerika ist der Konkurrenzdruck und der Wettbewerb im Fast Food business enorm hoch, wesentlich höher als bei uns...was ist dadurch entstanden???
Beispielsweise die Burger-Ketten nehmen nicht nur die Preise runter und unterbieten sich gegenseitig , sondern sie machen für den Konsumenten was Fatales, jedoch effizientes aus betriebswirtschaftlicher Sicht....sie machen die Portionen viel größer als früher um der Konkurrenz ein Schnäppchen zu schlagen....Und es ist klar was daraus folgt: Die anderen ziehen nach um im Wettbewerb zu bleiben und machen dieses ebenfalls.

Man bekommt also in USA mehr, für weniger , für alle....ups, ist das nicht im Moment der slogan von dem bekloppten Elton für Burger King

Es ist bewiesen das man wesentlich mehr isst ( bis zu 30% mehr), wenn man größere Portionen hat...es fällt uns schwer aufzuhören zu essen , wenn noch was da ist, selbst wenn das Sättigungsgefühl bereits erreicht ist...ja noch schlimmer, wir haben mittlerweile teilweise verlehrnt zu bemerken wann dieser Zustand erreicht ist...so das wir mehr und mehr ohne Kontrolle in uns hineinschaufeln.

Warst du schon mal in USA??...ich sehr sehr oft. Bei MAC DONALDS bekommst du für kleines Geld die doppelte Portion wie hier in der BRD. Ja, du kannst trinken soviel du willst, ohne Aufpreis, Ketchup und Mayo sind kostenlos.etc.......

Das Dumme daran ist...ich habe leider die Befürchtung das dieser Trend, wie so viele aus den USA, auch hierrüber schwappt....so das uns dieses Leid nur zeitverzögert erwischt....wenn ich meinen Arzt richtig verstehe, sind die ersten Anzeichen bereits vermerkbar.....schau dir die Kinder heute mal mit Verstand an.....das wird eine Herrausforderung für unsere Krankenkassen, smile

Lieben Gruß
Sascha

Geändert von Saschoni (08.11.2005 um 14:03 Uhr)
Saschoni ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.11.2005, 22:12   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #7
Akascha25
Stolperer
 
Benutzerbild von Akascha25
 
Registriert seit: 03.09.2005
Ort: NRW
Beiträge: 128
Standard

oh man @saschoni, sollten wir hier doch tatsächlich mal gleicher Meinung sein??? *lach
Akascha25 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.11.2005, 07:41   Ernährungspyramide oder Glykämischer Index? Beitrag #8
Kobold
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Ort: Trier
Beiträge: 129
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Zitat:
Zitat von Saschoni

Warst du schon mal in USA??...ich sehr sehr oft. Bei MAC DONALDS bekommst du für kleines Geld die doppelte Portion wie hier in der BRD. Ja, du kannst trinken soviel du willst, ohne Aufpreis, Ketchup und Mayo sind kostenlos.etc.......
Kann ich nur bestätigen!
Nicht nur bei den großen Burger-Ketten, sondern auch in vielen anderen Lokalen gibt es "free refills" bei den Getränken ... Cola bis zum Abwinken, wenn man will!
Dazu kommt, dass nach meinem Eindruck in den USA frische Produkte überproportional teuer sind (im Verhältnis zu Fastfood und Fertigprodukten). Und wenn man dann auch noch biologisch angebaute Sachen kaufen will, wird es für den größten Teil der Bevölkerung unbezahlbar!
Kobold ist offline   Mit Zitat antworten
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