Hallo!
Hoffentlich kein zu provokanter Titel, was Lester Burnham in "American Beauty" von sich gibt, als er mit dem Laufen anfängt.
Natürlich ist das nicht der einzige Grund für mich, mit dem Laufen anzufangen, wenn auch für mich ein wichtiger, verknüpft mit diversen anderen Dingen.
Ich hab über die letzten 2-3 Jahre rund 20 Kilo abgenommen, durch Ernährungsumstellung, das Loskommen vom Frustessen und mehr Bewegung, u.a. auch ein Job, der körperlich harte Arbeit bei Wind und Wetter war, den ich aber mittlerweile aufgegeben habe.
Mittlerweile beträgt mein BMI 20.3, aber besonders fit war ich deswegen nie.
Seit ich klein bin, dachte ich, ich sei eben unsportlich. Was nicht stimmte.
Mit 13 machte ich noch mit Leichtigkeit Klimmzüge und lief 20 Minuten am Stück, ohne vorherige Übung, im Sportunterricht.
Seit Jahren liebäugele ich mit dem Laufen. Ich hab immer wieder mal zwischendurch angefangen, aber nie durchgehalten. Laufen war für mich immer die anstrengendste Sportart überhaupt, gleichzeitig auch die bequemste. Man ist nicht so weit unterwegs wie mit dem
Fahrrad, es ist fordernder, man braucht keinen Eintritt zu bezahlen und keine großartige Ausrüstung, um anzufangen, und, ein nicht zu verachtender Faktor, die gute Laune, die es verursacht.
Nachdem ich mich trotzdem jahrelang gedrückt hatte, weil ich mich immer mal wieder überfordert habe und regelmäßig nach dem ersten Lauf eine dicke Erkältung bekam oder halb zusammenbrach, weil ich zu schnell lief, beschloss ich letzte Woche, es noch mal zu versuchen.
Es ging mir auf den Keks, kaum eine Treppe hochzukommen, ohne dass ich am Keuchen bin und außerdem stören mich seit geraumer Zeit meine Beine, die nicht grade trainiert aussehen, eher wabbelig. Ja, das ist auch mit meinem Gewicht möglich,
schlank sein heißt nicht, fit und in Form zu sein.
Außerdem will ich mir beweisen, dass ich das auch kann. Und meiner Laune wird es auch zuträglich sein.
Naja, letzte Woche am Donnerstag bin ich also das erste Mal unterwegs gewesen und hab mich wieder überfordert. Auf nüchternen Magen los, zu schnell gewesen, konnte keine 30 Sekunden am Stück laufen, viele Gehminuten dazwischen. Insgesamt war ich etwa eine halbe Stunde unterwegs, hinterher hochroter Kopf, Übelkeit usw.
Am Samstag war ich dann schlauer, aß vorher eine Banane, lief langsamer, und schaffte Samstag und auch Montag immer wieder 40-50 Sekunden Laufen, dazwischen eine Minute Gehen. Gestern fühlte es sich dann insgesamt schon leichter an, ich lief mit einer Minute Pause dazwischen ca. 15 Einheiten in 1 Minute bis 1 1/2 Minuten.
Ich weiß, angesichts der fortgeschrittenen Leistungen hier mag das lächerlich aussehen, aber für mich sind das Erfolge.
Da ich schnell die Motiviation verliere und mich nicht mehr total überfordern will, muss ich langsam anfangen. Für mich ist es schon ein großes Ziel, 5 Minuten am Stück durchlaufen zu können.
Momentan bin ich aber noch voll dabei, laufe jeden zweiten Tag, freu mich drauf und bin gespannt, wie sich meine Kondition steigern wird.
Insgesamt bin ich zuversichtlich

Um Puls, Kilometer usw. kümmere ich mich noch nicht ganz so, das wird Thema, wenn ich etwas länger dabei bin. Bisher passe ich nur auf, schön langsam zu laufen. Aber Ziel 2 ist es, meine Strecke komplett laufen zu können, es sind etwa 4,5 Kilometer.
Was diesmal bezeichnend war, dass es keine großen Vorsätze gab, keine Motivationslisten mit Pro und Contra, kein langes Überlegen, kein Herumdrücken um Laufbücher und ewiges gedankliches Gejammer, dass ich mal Sport treiben sollte. Ich saß einfach zuhause, dachte: "Jetzt gehst du mal Laufen", stand auf und zog es einfach durch.
Und es macht Spaß