So ungefähr hätte ich vor einem Jahr wohl noch reagiert, wäre die Idee der Laufsportausübung an mich herangetragen worden. Und jetzt bin ich hier bei der Erstellung meines läuferischen Tagebuches.

Dieser erste Eintrag wird allerdings deutlich mehr als einen Tag umfassen.
Wie alles begann
In Vorbereitung auf eine Trekking-Tour in Nepal drehte ich 2003 einige Runden durch den morgendlichen Wald auf dem Kappelberg. Die große Begeisterung wollte allerdings nicht aufkommen und so wurden die eigens angeschafften Schuhe schnell zur Gartenarbeit, Renovierung etc. missbraucht. Mit entsprechenden Folgen für ihren Zustand. Meine sportliche Betätigung in den folgenden Jahren bestand hauptsächlich aus Radfahren (ich habe kein Auto, zumindest kein fahrtüchtiges), Klettern und Krafttraining.
Das Krafttraining wurde nach ein paar Jahren langweilig und die Klettergruppe löste sich umzugs- und schwangerschaftsbedingt auf. Zudem war ein Punkt erreicht, wo ich für Leistungssteigerungen ganz gezieltes Training gebraucht hätte und das war mir dann doch zu doof.
Ungefähr zeitgleich erzählte mir eine Freundin, dass sie sich für den Stuttgarter-Zeitungs-Lauf 2008 angemeldet hätte. Ich nahm es belustigt zur Kenntnis. Ihre immer euphorischeren Schilderungen, vor allem nach überstandenem Event, machten mich dann doch neugierig. Und so entstand die Idee, vielleicht doch mal den 2009er Halbmarathon anzupeilen. Warum auch nicht?
Also Laufbandanalyse, Schuhe gekauft und los ging's. Das war im Spätsommer 2008. Ich bin halt mal losgerannt und als ich dachte es sei ein guter Zeitpunkt zur Umkehr, bin ich wieder nach Hause gerannt. Das war dann knapp eine Stunde und laut Google Earth 11km. OK, nicht übel, dachte ich. Kraft und Kondition waren also vom Radeln her offensichtlich vorhanden.
Leider waren die Knie weniger gut vorbereitet. Radfahren ist eben doch etwas Anderes. Nach drei Wochen begannen sie zu schmerzen. Ich war drei mal wöchentlich meine Runde gelaufen. Also wartete ich, bis keinerlei unangenehme Empfindung mehr zu spüren war (ca. zwei Wochen) und verkürzte meine Strecke auf ca. 6km. Nach drei Wochen ging's wieder los. Also vorsichtshalber vier Wochen Pause und eine noch kürzere (4km) Strecke, die zudem wesentlich weniger Gefälle und Steigungen bietet.
Die bin ich dann 4 Wochen lang zwei mal wöchentlich gelaufen. Dann vier Wochen lang drei mal wöchentlich. Es folgten vier Wochen mit 2x4km und 1x6km, dann vier Wochen 3x6km. Momentan befinde ich mich am Ende der 2x6km plus 1x11km Phase. Scheinbar sind die Gräten inzwischen ertüchtigt. Jedenfalls habe ich keinerlei Probleme mehr.
Jetzt stellt sich die Frage, wie es weiter geht. Lieber 3x11km pro Woche oder doch besser 2x6km plus 1x15km? Ich würde gerne die HM Distanz mal gelaufen sein, bevor das große Ereignis steigt (Juni), auch wenn viele Trainingspläne das anders halten und am "großen Tag" erstmals die Zieldistanz vorsehen.
Aktuelle Zeiten: 6km in 30min und 11km in 55min, also gleiches Tempo über beide Strecken. Den HM möchte ich unter 2h laufen, was bei dieser Geschwindigkeit ja grade passen würde. Ich muss also "nur" gleich schnell weiterlaufen...
Fortsetzung folgt