Nachdem ich jetzt bereits seit einigen Tagen Mitglied in diesem Forum bin und schon in dem ein oder anderen Thread meinen „Senf“ beigetragen haben, ist es glaub ich an der Zeit, dass ich mich auch mal „kurz“ vorstelle. Ich denke, dass gehört sich so, wenn man sich einer Gruppe neu anschließen möchte.
Sport betreibe ich seit frühester Jugend. Judo, Rudern, Volleyball, Basketball – vieles habe ich ausprobiert. Und gejoggt bin ich zwischendurch auch immer mal wieder.
Das regelmäßige Laufen begann jedoch nach Abschluss meines Studiums (ist mittlerweile auch schon über 16 Jahre her). Nicht weil ich schlanker werden wollte (war noch nie dick) oder weil mir ein Arzt Bewegung verordnet hatte. Auch nicht, weil ich meinte, einmal in meinem Leben einen Marathon laufen zu müssen. Nein, Laufen war nach der Büroarbeit einfach die einfachste, natürlichste, unabhängigste und flexibelste Art und Weise dem Bewegungsdrang nachzugeben, abzuschalten, den Kopf wieder freizubekommen, in der Natur zu sein.
Seitdem, kann ich sagen, ist Laufen zu einem normalen Bestandteil meines Lebens geworden – so wie Schlafen, Essen, Arbeiten, … Nur dass die Kilometerumfänge, die gesammelten Erfahrungen und vielfältigen Erlebnisse im Laufe der Zeit immer mehr geworden sind:
Vergangenes Wochenende habe ich an meiner 106. Laufveranstaltung teilgenommen und bin gleichzeitig meinen 22. Marathon gelaufen. Ich habe mich schon bei Bahnläufen gequält und kenne teilnehmerstarke Cityläufe genauso wie einsame Landschaftsläufe.
Ich habe beim Laufen Schönes erlebt (z.B. lockerer Waldlauf an einem frühen Sonntagmorgen im Sommer, wenn die Luft noch wie Seide ist; Genusslauf beim München-Marathon 2006 mit Zielankunft im Olympiastadion – reinstes Gänsehautfeeling) und persönliche Erfolge gefeiert, die mich Stolz machten. Und ich habe beim Laufen Schmerzen, Qualen (z.B. Intervalltraining auf der Bahn; Laufpause wegen Achillessehnenbeschwerden) und Enttäuschungen erlebt (z.B. beim Marathon den totalen Einbruch bei Km 30). Ich habe aber auch gelernt, solche Rückschläge wegzustecken, als weitere Erfahrung abzuhacken, wissend, dass das Leben noch lang genug ist, um es beim nächsten Mal besser zu machen.
Laufen ist halt wie das Leben mit all seinen Facetten, mit Aufs und Abs. Es gibt Tage, da rollt es wie von selbst, und dann gibt es wieder Tage, da schleppt man sich lustlos über die Strecke.
Doch Laufen ist für mich vor allem Freiheit. Keiner macht mir Vorschriften. Ich selber kann entscheiden, wie oft ich laufe, wo ich laufe, wie schnell ich laufe, warum ich laufe.
Nun blicke ich voller Vorfreude meinem ersten Ultra in 3 Wochen entgegen (wieder so ein Ereignis, wo Gänsehautfeeling und körperliche Qualen dicht beieinander liegen), freue mich auf einen tiefschürfenden

Gedankenaustausch und interessante Kontakte in diesem Forum und hoffe noch auf viele abwechslungsreiche Laufjahre.
Herzliche Grüße
Frank