Da es sich so anfühlt, als ob sich meine Überlastungsschmerzen langsam zurückziehen kann ich ja mal langsam mein Tagebuch starten und hoffen, dass ich auch bald ein paar gscheite Zahlen eintragen kann.
Meine Vor-Vorgeschichte:
Ich war immer insofern sportlich, dass ich viel am Skateboard- und Snowboardfahren war. Das Snowboarden also nicht nur 1-2 Wochen pro Winter sondern bis zu 120 Tagen pro Jahr. Dadurch war ich eigentlich immer recht fit was nicht unbedingt gesund heissen soll. Wie es sich für nen Boarder gehört war stets auch Party angesagt und ich hab mich mit rauchen und kiffen
schlank und rank gehalten. Bis zu diesem blöden Unfall, der mir die Achillessehne gerissen hat und mir ab dann auch irgendwie die Finanzen gefehlt haben um regelmässig auf's Brett zu kommen und meine
Fitness schwand dahin.
Meine Vorgeschichte:
Vor 1,5 Jahren überkahm mich dann die Idee, mit dem Rauchen aufzuhören, was auch geklappt hat. Ein halbes Jahr später war ich dann bescheidene 15kg schwerer, meine Hosen haben nicht mehr gepasst und ich hab mich einfach nicht mehr wohl gefühlt. Ausserdem erinnerte ich mich an eine Aussage von mir, dass wenn ich mal Gewicht ansetzen würde, würde ich auch etwas dagegen machen. Nicht so wie Leute, die einfach weiter futtern und sich dann beklagen, dass sie zu dick sind.
Also hab ich an einem kalten Februartag meinen Hintern hochgerissen, die Schuhe mit der besten Dämpfung angezogen und mir eine Socke um den Hals gebunden (hab keinen Schal). So bin ich dann mal losgejoggt - sehr, sehr langsam. Hab dabei noch gedacht, dass ich wohl in meiner Schulzeit das letzte Mal eine längere Strecke gelaufen bin. Schon nach 500 Metern fühlte ich mich... tja, wie? Kennt ihr das Gefühl, mit Atemnot in einer Sauna einen Herzinfarkt zu erleiden? Naja, also fast so hab ich mich gefühlt. Bin trotzdem tapfer weitergelaufen - einfach noch langsamer. Kurz darauf kam eine kleine Steigung und ich konnte einfach nicht mehr. Also war gehen angesagt. Danach wieder langsam laufen aber bald war da noch eine Steigung... wieder gehen. So hab ich meine ersten 2km in ca. 35 Minuten absolviert.
Am nächsten Tag hab ich mich wieder aufgerafft. Die Nahtoderfahrung trat schon etwas später ein und nach 5 weiteren Malen schaffte ich auch schon die kleine Steigung hochzulaufen. Als früherer Sportartikelverkäufer wusste ich natürlich, dass es so ziemlich das blödeste war, mit diesen Schuhen zu joggen. Also hab ich das zweitblödeste gemacht und mir total ausgelatschte Laufschuhe vom Kollegen besorgt. Es war aber eine massive Verbesserung zu vorher und die Fortschritte gingen weiter. Nach 10 mal Laufen konnte ich schon die längere Steigung hochlaufen, nach weiteren 5 mal die Strecke erweitern und kurz darauf erinnerte ich mich wieder daran, dass man auch richtige Schritte machen kann und nicht so über den Boden schlurfen musste wie ich es tat. Bald hab ich auch angefangen, mich richtig abzustossen und nicht nur einfach einen
Fuss vor den anderen zu stellen.
Die Sucht war nicht mehr zu verheimlichen und meine Runden wurden immer weiter und schneller. Auch haben mir meine Hosen wieder gepasst und ich war voller Begeisterung. Hatte zwar schon gehört, dass man einen Tag Pause machen sollte, aber ich dachte mir: Jetzt hast du 5 Jahre Pause gemacht und bist nicht fitter geworden, was soll da ein Tag helfen? Ich lief fast jeden Tag und nach 3 Monaten absolvierte ich locker 10km. Dank diesem Forum besorgte ich mir schon die nötigen Tips wie Brustwarzen abkleben und Hirschtalg zwischen die Oberschenkel. Ich informierte mich auch, was es mit den zwickenden Knien und Fussgelenken auf sich hatte. Wusste, dass ich sicher neue (eigene) Schuhe brauchte, aber das liessen die Finanzen nicht zu. Ich hab weiter gemacht bis es nicht mehr ging... und musste ca. 6 Monate pausieren.
Das jetzt:
Weil ich zu einer Freundin ganz nett war, war sie so nett zu mir und hat mir die Kohle für Schuhe in die Hand gedrückt. Bin gleich in das Laufgeschäft meines Vertrauens gestürmt und nach längerer Beratung, Analysen und Probieren sind wir auf den Brooks Adrenaline gekommen. Da ja jetzt der Winter vor der Türe steht und ich mich von dem nicht vom Laufen abbringen lassen möchte und dank den Beteuerungen vom Verkäufer, dass der Trail nicht vom Normalen abweicht und trotz den Beteurungen vom Verkäufer, dass ich das wirklich nicht brauche hab ich mich für die Trailversion entschieden. Bin mit den alten, durchgelatschten nämlich schon ein paarmal auf matschigen Wegen ins Rutschen gekommen.
Dank dieses Forums hab ich auch die letzte Aktion beim Aldi nicht verpasst. Durch diverse Bemerkungen hier stand ich schon morgens um 8.15h im Laden und dachte mir: Jetzt musst du nur noch das Laufzeug finden... Bis ich diesen Menschenauflauf um diesen einen Wühltisch sah! Kampfzone Lidl Süd! Wagemutig stürzte ich mich in's Getümmel und ergatterte ein Kurz-, ein Langarmshirt und eine Jacke gegen meine letzen 40 Euros.
So ausgestattet hab ich losgelegt und es gleich wieder übertrieben. Hab zwar immer brav einen Tag Pause eingelegt, aber meinen Laufumfang einfach zu schnell gesteigert. Innert 4 Wochen von 4 auf 12 km... Meine Fussgelenke danken es mir nicht! Da ich jetzt bald seit 1.5 Wochen Pausiere fühlen sie sich langsam besser und ich hoffe doch, schon bald wieder starten zu können. Ich könnte mir dafür den TP über 32 Wochen für einen Marathon vorstellen.
Meine Strecken:
Wer schon mal Heidi gesehen hat, der weiss, dass man in der Schweiz kaum 100 Meter machen kann, ohne dass es rauf oder runter geht. Okok... ist bei mir hier nicht so heftig, aber ein paar Hügel hat's schon. Also ich mach sicher mehr Höhenmeter als ein Norddeutscher. Sonst führt es mich über Feld- und Waldwege von denen die meisten aber gut ausgebaut wenn nicht sogar geteert sind. Ich hab mir vorgenommen, zur Abwechslung auch mal neben den Wegen oder über eine Wiese zu laufen. (Schon nur, damit ich nicht umsonst die Trailschuhe gekauft hab)
Meine Zeitmessung:
Ist höchst ungenau... Ich guck zuhause auf die Uhr, geh die Treppen runter, hole aus meinem Auto den MP3 Player und deponiere die Schlüssel, gehe zu meiner verhassten Strasse an der ich warten muss um in mein geliebtes Laufrevier zu kommen, gehe die ersten 100 Meter und laufe dann langsam los. Beim Zurückkommen das gleiche Prozedere anderstrum und evtl. noch Post aus dem Briefkasten holen. Wenn ich dann entlich wieder in der Wohnung bin guck ich wieder auf die Uhr.
Und das ist meine präzise Zeitmessung - Ich will nen Forerunner!!!
Zu mir:
185cm, 85kg, 35j., bin sonst schon am meditieren und Kyudo machen - daher darf ich mir beim Laufen die Dröhnung mit Musik geben und brauch da nicht auch noch "inmichgehen" und "ichfühlmeinenkörper"
Meine Ziele:
Naja, wirkliche Ziele hab ich nicht. Ein paar Kilos weniger wären kein schlechter Nebeneffekt, zumindest die passenden Hosen, schneller, weiter, fitter... aber das kommt ja alles von alleine solange ich Spass am Laufen habe und auch dabei bleibe...
Ich bin nicht so der Wettkampftyp. Irgendwann mal einen Marathon einfach für's Erlebniss kann ich mir aber schon vorstellen. Aber der ist dann und ich bin jetzt.
Und jetzt müssen einfach mal die Gelenke und Bänder fit werden damit ich diesmal hoffentlich gesünder starten kann und hier auch was zu berichten habe.
Natürlich freu ich mich auch über Einträge, gscheite und blöde Bemerkungen