Nachdem mich die Lust am Tagebuch führen beim letzten Mal ziemlich schnell verlassen hat, starte ich hier einen neuen Versuch, den ich hoffentlich länger durchhalten werde

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Da ich in den letzten Woche kein Netz hatte, kommt hier in geballter Form die Gedanken und Ereignisse der letzten Tage.
Donnerstag, 10. Juli 2008
Als würde ich wieder bei Null beginnen – so kam mir der Lauf heute vor. Zugegeben, ich war seit dem Sachsenlauf am 29.06.2008 nicht mehr unterwegs, aber diesen Formeinbruch hätte ich nicht wirklich erwartet. Grund für die Pause war ein hartnäckiger Husten, den ich nun endlich einmal auskurieren wollte; schließlich begleitet er mich bereits seit Ende Mai.
Der Sachsenlauf war mein 1. Lauf, an dem ich teilgenommen habe. Nachwievor stehe ich ihm gespalten gegenüber – auf der einen Seite freue ich mich, dass ich die Strecke von 11,2km nach nur drei Monaten regelmäßigen Laufens geschafft habe (ohne durchgehalten zu haben, musste immer mal Gehpausen einlegen, da ich die ziemlich bergige Strecke weder von der Kraft noch von der Atmung bewältigen konnte). Auf der anderen Seite ärgere ich mich über das „schlechte“ Abschneiden (ich war mit einer Zeit von 01:18:18 letzte in meiner Altersgruppe – allerdings haben auch „nur“ 9 teilgenommen).
Heute ging nichts – lediglich 20 Minuten habe ich geschafft und die auch nur mit einer längeren Gehpause. Woran es gelegen hat?
Versuch einer Analyse: zum einen bin ich sicherlich viel zu schnell gestartet – zu Beginn der Strecke wollte ich so schnell wie möglich der Menschansammlung an einer Gaststätte umgehen, die sich unglücklicherweise auch noch in dem Moment aufzulösen begann, als ich kurz davor war, sie zu passieren. Nun hieß es also erstmal Slalom laufen und sich auf überraschende Ereignisse einstellen. Die Quittung für diesen Schnellstart bekam ich bereits nach einem Kilometer geliefert, von diesem Moment an fiel ich in ein langsames Tempo zurück und versuchte meine Atmung in den Griff zu bekommen.
Als weiteren Grund würde ich meine bewusst „positive“ Laufweise angeben. Nachdem ich in einem Laufbuch über das Unverständnis des Autors gelesen habe, dass die meisten Läufer ohne Freude ihrem Hobby nachgehen: mit verkniffenen Gesicht, krummen Rücken und ohne die Füße ein Stück weit vom Boden zu heben, habe ich heute versucht meine Beine locker zu halten und mehr vom Boden abzuheben – war ein tolles Gefühl (trotz der Kürze), dennoch muss sich mein Körper erst daran gewöhnen – zumindest zeugt der Muskelkater in meinen Oberschenkeln davon.
Ende Oktober findet der nächste Lauf statt – über eine Strecke von 12km. Mein „naives“ Ziel wäre eine Zeit zwischen 01:00:00 und 01:10:00 zu schaffen. Es scheint utopisch, sich innerhalb von 15 Wochen so enorm zu verbessern – aber gerade diese Unmöglichkeit spornt mich an, es in Angriff zu nehmen – nächste Woche geht das geplante „Training“ los, mithilfe von diesem
Trainingsplan. Wie es mir damit ergeht, welche (ob überhaupt) Fortschritte ich mich, werde ich an dieser Stelle berichten.
Achja, neben der Unmöglichkeit meines Vorhabens, gibt es einen weiteren Grund der mich anspornt: auf die Frage an meinen Paps, ob er im Oktober mit am Ziel stehen wird, um mich anzufeuern, antwortete dieser: „Wenn ich mich vor Lachen noch auf den Beinen halten kann.“ An und für sich ist er ein ganz Lieber, der einzig wahre Held meines Lebens, aber manchmal ... nunja. Keine Ahnung, was ihn zu dieser Aussage geritten hat. Wenn er damit bezwecken wollte, dass ich in eine „Jetzt erst recht – dem zeige ich es!“ - Stimmung komme, dann hat er sein Ziel auf jeden Fall erreicht (ich glaube aber eher, dass er es mir wirklich nicht zutraut, vielleicht auch weil meine Mam letztes Jahr bei diesem Lauf aufgegeben hat).
Freitag, 11. Juli 2008
Ich habe mir gestern abend den Trainingsplan mal genauer angeschaut und ihn gleich in eine übersichtliche Tabelle gebracht.
Er klingt ganz schön hart und ich frage mich, ob ich das wirklich schaffe (wieder einmal typisch ich – die Aufgabe wurde noch nicht in Angriff genommen, aber ich mache mir schon wieder einmal Sorgen ohne Ende).
Morgen früh geht es noch einmal „normal“ in den Großen Garten, bevor dann am Dienstag das „Training“ beginnt. Ich hoffe, dass es diesmal besser läuft. Theoretisch müsste heute noch meine Pulsuhr bei mir ankommen und dann kann es richtig losgehen.
Samstag, 12. Juli 2008
Heute war wieder der Schweinehund stärker als ich – mein Ziel die Runde normal durchzulaufen habe ich nicht einmal annähernd geschafft (1x20min und 1x10 min) – ich frage mich wer vor 2 Wochen die 11,2km beim Sachsenlauf gelaufen ist – ich war es ganz sicher nicht!
Und nun?
Ich bin frustriert, weil es nicht so läuft, wie ich mir das in meiner Gedankenwelt ausgemalt habe – villeicht liegt da auch schon der Hase im Pfeffer begraben – ich sollte weniger denken, planen und somit schon vor dem Laufen im Ziel sein – in kleinen Schritten denken, von Kilometer zu Kilometer bzw. endlich den Knopf zu finden, um die Gedanken einfach auszuschalten und nur noch zu rennen.
Ich werde den „Trainigsbeginn“ nun um eine weitere Woche verschieben – in der Hoffnung, dass ich am Ende der kommenden Woche wieder mehr meine Form zurück gefunden habe.
LG,
Chicks_rules