Hallo,
ja ich könnte hier ja mal wieder was schreiben.

Zunächst mal kurz zum König-Ludwig-Marathon, der jetzt seit ein paar Jahren Königschlösser Romantik Marathon heißt. Seit 2004, damals mein erster Marathon, bin ich (fast) ununterbrochen dabei, nur letztes Jahr ging es leider nicht.
Dieses Jahr am 24.07.2011 also meine 7.te Teilnahme und mein 7.ter Marathon/Ultra in diesem Jahr. Die Frage, ob ein Marathon 6 Tage vor dem geplanten K78 sinnvoll sei, wollte ich mit einem bewußt langsamen Lauf beantworten.

Start ist im Füssen um 7:30Uhr, wer bei den heissen Sommerläufen dabei war weiß dies zu schätzen. Dieses Jahr war es kühler. Nachdem es morgens noch wie aus Kübeln geschüttet hatte, ließ der Regen kurz nach dem Start nach und mit 7-12°C gab es opimales Laufwetter.
Die Strecke selbst ist vermutlich eine der schönsten in ganz Deutschland, einfach unvergleichlich. Nach dem Start in Füssen geht es aus der Stadt raus an den Hopfensee, der ca. 1,3mal umrundet wird, immer mit schönen Blicken auf den See und (bei gutem Wetter

) auf die Berge. Danach geht es am Schauspielhaus vorbei an den Forggensee, an dem man eine ganze Weile entlangläuft.
Hier hatte ich viele Kilometer eine nette Begleitung. Jürgen war 67, seine Marathon- und Ultraerfahrung und vor allem auch seine Zeiten in seinen besten Zeiten (Marathon 2:50h, 100km 8:30h) waren genau so beeindruckend wie seine Lebensfreude. Durch die Quasselei trabten wir beide etwas schneller als eigentlich vorgesehen, aber es fühlte sich alles richtig an.
Nach dem Forggensee geht es Richtung Königschlösser, immer mit kitschig-schönem Blick auf Neuschwanstein und Hohenschwangau. Ein bisschen Wald, ein wunderschönes Stück am Schwansee entlang und schon geht es über die Lechbrücke wieder zurück nach Füssen. Nach 4:28h, etwas schneller als geplant, ließ ich mir dann die ausgezeichnete Zielverpflegung munden.
Mittwochs ging es dann zwecks Akklimatisation von Schwangau nach Davos. Das Wetter war eher kühl, immer wieder gab es Regen und der war auch für den Samstag angekündigt.
Und dann war es soweit:
30.07.2011
Swiss Alpin K78
79,1km, +/-2370 Höhenmeter, 11:24h
Ein besonderes Erlebnis. Viel Natur, eine wirklich perfekte Organisation, nette Gespräche mit Mitläufern unterwegs und in den Dörfern eine tolle Stimmung. Ich dachte eigentlich, ich müßte das schneller absolvieren können, aber 6 Tage vorher einen Marathon zu laufen ist dann vielleicht doch nicht die beste Vorbereitung gewesen.

Die ersten 32km war die Strecke recht gut zu laufen und ging größtenteils leicht bergab. Dann folgte eine ca. 27km lange Bergaufwanderung und dann ging es überwiegend bergab wieder ins Stadion nach Davos.
Bis zur Keschhütte (2.632m) war das Wetter sehr gut zum Laufen, ab und zu ein paar Regentropfen und ich dachte schon, die mitgeführten Handschuhe und um das um die Hüfte geknotete Langarmshirt seien unnötiger Ballast. Aber wie das so geht im Gebirge: Plötzlich gab es einen heftigen Platzregen mit starkem Wind und gefühlten Minustemperaturen. Auch hier zeigte sich die Organisation vorbildlich: Es wurden Regenponchos verteilt und wer mit seinen klammen Fingern Schwierigkeiten hatte, dem wurde das Teil von den tollen Helfern angezogen und zugeknöpft.
Nun war ich froh über meine mitgenommene Ausrüstung, wieder mal alles richtig gemacht. Weiter ging es dann in strömendem Regen, durch z.T heftigen Wind über schlammige und regennasse Pfade erst wieder ca. 250 Höhenmeter bergab und dann hinauf zum Sertigpass (2.739m). Die Aussicht da oben hielt sich durch Wolken/Nebel in sehr engen Grenzen. Irgendwann auf dem Weg nach unten hat es dann aufgehört zu regnen und Schritt für Schritt konnte ich mich wieder rückverwandeln: Handschuhe aus, Mütze ab, Poncho weg, Langarmshirt aus. Ob ich meine Schuhe jemals wieder sauber bekomme wird sich zeigen.