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Allgemeines Forum zum Thema Laufen

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Umfrageergebnis anzeigen: Wie war Eure sportliche Sozialisation in der Herkunftsfamilie?
Eltern sind selbst Sportler 15 22,06%
Familie ist unsportlich, aber hat mich gefördert 19 27,94%
Eltern sind Couchpotatoes, aber hatten nix dagegen 28 41,18%
Familie hat mich abgehalten 6 8,82%
Teilnehmer: 68. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen

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Alt 28.10.2008, 21:04   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #9
klappergestell
neu getaktet
 
Benutzerbild von klappergestell
 
Registriert seit: 21.03.2007
Ort: MUC
Beiträge: 2.319
Standard

komme aus einer sportlerfamilie, zumindest von der väterlichen seite.

egal was es gewesen war...es wurde gefördert und gefordert. Wobei ich schon sehr früh wusste in welchen bereich ich hinwollte und mein vater meinte ein bischen anderes sollte schon noch mit dabei sein (leichtahtletik...ich hasste damals das laufen iiigittibääpfui)
somit landete ich im wasser, da ich schon als wirklich kleiner zwerg früh schwimmen konnte und irgendwann dem dorfverein mit 6 jahren zu schnell wurde und frau dann 4mal die woche in die stadt gefahren wurde nur damit ich trainieren konnte.
meine eltern sind deshalb dann sogar wegen mir in die stadt gezogen, damit ich schule und training verbinden konnte ohne ständigen taxidienst meiner eltern.
dann kam leider ein break. mutter strab ich war bei einer tante und da durfte ich nur noch ein bis zweimal ins training. genau zu den zeiten wo auch meine kleinen cousinchen schwimmen lernten. ich war da schon tägliches training mit 11jahren gewohnt. alleine durfte ich nicht mit den öffentlichen fahren denn es ist a abends sooo gefährlich. was hab ich die jahre zuvor gemacht
weg von tante und dann wieder ab in den nächsten verein...bis mein vater einen riegel davor schob. ihm war meine schulische ausbildung wichtiger, mir damals nicht , somit nur im leistungsbereich weitergeschwommen und nicht im hochleitungsbereich *grummel*. im rückblick gesehen war es gut so das mein vater seine erfahrungen (vater und onkel waren in der la in den 50/60er unter den top 5 in deutschland) für mich schon machte.
auch wenn es ab und an sportpausen gab wegen familie/kind/verletztung. ohne war ich nie und werde es wohl auch nicht sien.

nur meine tochter hat sich bis auf skifahren als absolut sportresitent gezeigt.
klappergestell ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.10.2008, 09:57   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #10
Bob
Maulwurfsstrahler
 
Benutzerbild von Bob
 
Registriert seit: 14.10.2007
Ort: Bochum
Beiträge: 9.238
Standard

Sehr interessante Umfrage, danke! Ich bin mit Sport groß geworden, nicht, weil meine Eltern es mir vorgelebt hätten [sie fallen wahrscheinlich eher in die Kategorie Couchpotatoes], sondern weil mir die Bewegung immer als das Schönste, Natürlichste und Angenehmste der Welt vorgekommen ist. Von zuhause aus gab es Unterstützung, die aber zumeist finanzieller Art war. [wenn ich mich recht erinnere, musste ich 31 werden, bis sich meine Eltern mein erstes Basketball-Spiel angesehen haben] Inzwischen geht zumindest mein Dad den gewohnten Weg der Mehrheit seiner Generationsmitstreiter und nimmt fernsehend zu.
Bob ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2008, 11:19   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #11
Bombus
Kreuzbandotter
 
Benutzerbild von Bombus
 
Registriert seit: 08.10.2008
Ort: Biberach Riss
Beiträge: 548
Standard

huhu, ich hab auch keine Kinder,
aber in den Turnverein hätte ich sie geschickt.
Koordinieren und sich eine Grundfitness zulegen schadet
keinem Kind.
Gerade auf dem Tennisplatz sieht man mühelos,
welche Kinder früh mit Sport begonnen haben.
Ich finde es dann immer so schade wenn die Kleinen dann
aus Frust weil andere besser sind das Spielen aufhören.
Tut mir in der Seele weh.
Bombus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2008, 14:34   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #12
SHS
running stone seit mai 83
 
Benutzerbild von SHS
 
Registriert seit: 11.11.2005
Ort: München
Beiträge: 9.877
Standard

ich habe mir lange überlegt, hierzu was zu senfen. aber die geistige reise in die vergangenheit bis zur heutigen zeit hat mir sogar spaß gemacht.

hier der etwas lange geratene "hausaufsatz"! :

sportliche eltern? sportmotivatoren überhaupt?

meinen vater kenne ich nicht. sein sport war bis kurz vor meiner geburt, als franzose zwangsweise, in einer münchner maschinen(und ihrkönnteuchdenkenwasundwelche)-fabrik dem reich zu dienen. meine mutter war, wie banshees eltern, sehr viel in den bergen unterwegs. und ich mit! aber ohne klettereien ist das zwar schön, aber kein sport.

eine förderung von oder ein motivieren zum sport? wieso? die motivation kam durch uns selber. wir hatten noch keine computerspiele und tv! wir wussten nur nicht, dass man heute rückblickend ein natürliches kindliches/jugendliches freizeitgebaren als sport bezeichnen kann. zumal es ja nicht vereinsorganisiert war (muss sport das immer sein?). da gab es in den nachkriegszeiten für uns auch keine veranlassung. wir waren (bis auf damals wirklich kranke ausnahmen) alle schlank bis dürr. gehungert hat aber keiner (hausmannskost, kcal³). wir tobten im freien rum solange es hell war usw. als volksschüler machten wir in der freizeit oft spiele wie „räuber und gendarm“, welche sich dann bei uns über eine größere fläche, als empfohlen, erstreckte (wen es interessiert, hier in münchen etwa bogenhausen/isarufer, johanneskirchen,englschalking, denning bis nach riem/ehemaliger flughafen - heute messe münchen). das fangen bzw. das davonlaufen erfolgte allmählich mit der gewöhnung in einer art, die mich an die heutigen anfänger-laufpläne erinnert (karl may-leser kennen den „indianertrab“, 50 m laufen, 50 m gehen!). man trottelte so dahin, so dass einen der „gendarm“ so eben nicht recht folgen konnte und ging dann, bis der sich wieder erholt hat usw.. da ging dann schon mal ein nachmittag dahin. außerdem saßen wir gerne auf dem rad. das waren damals sehr schwere alte, unkaputtbare stahlrösser. rennräder bauten wir uns mit begeisterung aus alten „sportrad“-rahmen und erschwinglichen rennradteilen zusammen (2x3 oder 2x4 gänge waren das höchste). wir machten dann so als 13 – 15 jährige richtige rennradtouren bis zu 50 km, so richtig mit verfolgung und so. die motivation durch die damaligen stars ( no comment! ) kam erst später hinzu.

eine schikane eines sportlehrers während meiner mittelschulzeit (heute realschule), anfang der 60er jahre! einige mitschüler und ich hatten keinen bock auf das dämliche fußballspielen (begeisterte basketballer!). der lehrer ließ uns dann öfter die stunde lang um den platz laufen. er meinte, halt nur so schnell, dass man sich unterhalten könne und dann manchmal gehpausen einlegen. kommt euch diese methode nicht bekannt vor? wir hatten damals nur keine förderer, sonst wären wir..., na ja (testlauf mit stoppuhr des sportlehrers vor den ferien: 1000 m in 3:28 min. ). bei einer amtsärtzlichen einstellungsuntersuchung mit 16 wunderte sich der arzt über den sehr niedrigen puls für mein alter und fragte mich nach meiner „sportlichen“ betätigung. nach einer zeit von nixcapito sagte ich ihm endlich, dass ich in meiner freien zeit meist mit dem rennrad unterwegs bin (auch im winter). ich wusste nicht, dass man das sport nennt (ährlich! ). eine zweijährige jiu-jitsu/judo“karriere“ kam in der zeit noch dazu. da hat mich ein vorgesetzter (wettkampfteilnehmer) dazu motiviert.

mit 18 verscherbelte ich mein rennrad, weil ich es allmählich chic fand, mein geld lieber in rauch aufgehen zu lassen und daher auf dem rad weniger luft bekam ( ). trotzdem legte ich nach über einem jahr nach beginn meiner nikotinkrüppel-episode sauber einen vor. da gab es nämlich den heeressporttag bei der Bundeswehr. mein chef „befahl“ mir, ihn auf die 5.000 m, die jeder laufen musste (auch hier so fußballignoranten wie ich es bin ), zu ziehen. er war mir zu langsam und nach 4 von 12 ½ runden begann ich mit der befehlsverweigerung und habe ihn mit einer zeit von ca. 23:20 min(!) 1 x überrundet. das mit damals wieder erreichten „null ahnung“ vom laufen, aber davon viel. ich bin dann zwei tage die treppe nur noch rückwärts gehend runtergekommen. auch da hat einer gefehlt, der mir z.b. die zigaretten um die ohren gehauen und mir einen, die sinne reinigenden, langen supersauerstofflauf befohlen hätte.

1982 bekam ich einen ruhigen guten mitarbeiter. so einen jungen halt, ein läufer war er ausgerechnet auch noch. jetzt (nein damals), wo doch mein damaliger schwiegervater und mein damaliger schwager auch das spinnen angefangen und im park waldlauf machen. so was blödes! mode, trend !? in einem jahreshoroskop 82 auf 83 las ich bei stier, ich solle sinnvollen sport betreiben. „wieso, ich fahre doch ski!?“. immer mehr kam mir das wort „sinnvoll“ hoch, das interesse wuchs und ich fragte nach, wie oft er trainiere, wie er sein tempo einschätzt (atmung, nicht puls!!! ) usw. der mitarbeiter hatte dann auch immer so zeitschriften dabei wie „spiridon“ oder so. einmal hat er ein buch von werner sonntag rumliegen lassen, das war meine einstiegsdroge. schuhkauf im sportgeschäft, beginn der odyssee des laufens. dieser mitarbeiter (war mal fünfter hier im muc-marathon; seine pb 2:22 in kandel beim bienwaldm. späterer roth- und hawaiiteilnehmer) war der erste, der mich richtig zu was sportlichem motivierte, aber ohne zu missionieren!!! das sind die 100%-motivatoren, die beispiele um einen rum!

fazit: ab laufbeginn bis heute profitiert mein körper wohl von seiner erinnerung an seine einfache, aber sehr "bewegte" kindheit und jugend.
________________________

kinder?

turnvereine waren damals nicht so wichtig wie sie es heute zwingend sind (@Bombus: koordinierung und grundfitness!
). die schulen hatten noch einen schulsport und sportlehrer, die die namen verdienten. die lehrer wurden auch nicht angezeigt, wenn ich mir mal eine beule beim schulsport geholt habe usw.. ärztlichen atteste wiedie heutigen zivilisationsgeschädigten couchpralinen, brachten die schüler auch sehr selten bei. (.....heutzutage als mädchen einen wiederkehrenden natürlichen vorgang als ständige ausrede zu werten (auch hier ausnahmen), ich weiß nicht... ?)......

die „kleine“ (23) bat mich mit 15, sie für ihren 2.000 m schulsportfestlauf zu trainieren, siegerin! die kleine bat mich später mit 17, sie für den halbmarathon zu trainieren (1:59:30h). ein halbes später zeigte sie beim berliner HM 82 ihrem freund wo der barthel den mist holt (1:48 h, wegen fehlender vereinsmeldung nur inoffizielle 2. der brandenb. meisterschaft in der WJ-A). damals wollte sie immer mit uns „vorbildern“ laufen und ins fitnesstudio gehen, wo sie ausnahmsweise mit unserer begleitung schon ab 15 reindurfte. wir haben sie nie zum sport angehalten (...die beispiele um einen rum!). die leistung musss sie selber bringen, da kann und darf man sie nicht zwingen (eislauf- und tenniseltern )!

die „große“ (32) ist eher eine vergeistigte wissenschaftlerin, läuft aber regelmäßig und hatte schon einen HM ohne besonderes training (2:14 h) absolviert. sie hat außer uns noch einige freundinnen, die auch laufen

Geändert von SHS (30.10.2008 um 14:41 Uhr)
SHS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2008, 19:04   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #13
BerndJott
Problemzonenläufer
 
Benutzerbild von BerndJott
 
Registriert seit: 09.08.2008
Ort: Hamburg
Beiträge: 176
Standard

Was meine Eltern betrifft, die sind eher unsportlich. Körperliche Aktivitäten beschränken sich auf 2x etwas Schwimmen pro Woche und bei meinem Vater auf 1x Kegeln pro Monat.
Meine Eltern haben Entwicklungen bei mir nicht behindert.

Ich halte mich selber allerdings auch nicht für so sportlich ...

Der Beitrag von Siegi (SHS) hat mich allerdings dazu angeregt auch mal über meine Herkunft und meine Sportmotivation nachzudenken.
Das würde jedoch den Rahmen für ein Posting im Forum sprengen.

Wer gerne meine Gedanken zu diesem Thema lesen möchte kann es hier tun.
BerndJott ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2008, 10:22   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #14
SHS
running stone seit mai 83
 
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Registriert seit: 11.11.2005
Ort: München
Beiträge: 9.877
Standard

lesenswert!
SHS ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2008, 10:35   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #15
Bombus
Kreuzbandotter
 
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Registriert seit: 08.10.2008
Ort: Biberach Riss
Beiträge: 548
Standard Herrn Jotts Tagebuch

...ist sehr lesenswert,
es erinnert mich daran, daß ich auch Angst hatte vor
den Bundesjugendspielen, ich war nämlich auch zu dick und
in der Leichtathletik immer die Schlechteste.
Sport sei nix für mich wurde mir gesagt.
Nur in der Halle konnt ich durch den Turnverein mithalten.

Sport ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken,
das ist allerdings nur mein persönlicher Verdienst.

@Herr Jott:
Volksläufe zeichnen sich auch dadurch aus, daß das Publikum
auch die Letzten die reinkommen anfeuert und willkommen heißt.
Hab ich an mir selbst erlebt. Das war ganz schön aufregend.
Vielleicht probierst du es doch mal aus

@siegi
auch ein schöner "senf" den du da geschrieben hast,
find ich toll wie du das Mädel unterstützt hast
Bombus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.2008, 12:37   Motivation und Herkunftsfamilie Beitrag #16
BerndJott
Problemzonenläufer
 
Benutzerbild von BerndJott
 
Registriert seit: 09.08.2008
Ort: Hamburg
Beiträge: 176
Standard

Zitat:
Zitat von Bombus Beitrag anzeigen
@Herr Jott:
Volksläufe zeichnen sich auch dadurch aus, daß das Publikum
auch die Letzten die reinkommen anfeuert und willkommen heißt.
Hab ich an mir selbst erlebt. Das war ganz schön aufregend.
Vielleicht probierst du es doch mal aus
Ich habe das wegen der genannten Gründe jedoch bis auf Weiteres nicht vor.
BerndJott ist offline   Mit Zitat antworten
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