Hi Dake,
nun kann ich nicht wirklich was zum Pro und Contra Pulsuhr sagen, da fehlt mir die Erfahrung mit dem Messgerät. Kann halt von meinen dreieinhalb Jahren Lauferfahrung berichten, ohne je meinen Puls beim Laufen gemessen zu haben. Und warum ich auch heute nicht damit anfangen möchte.
Angefangen hab ich wie wahrscheinlich alle (ob mit oder ohne Pulsuhr), bin mit viel zu hohem Puls losgerannt. Wirklich langsam zu laufen und das zu genießen, das hab ich erst nach 2 Jahren mit dem ersten Marathon-Training gelernt. Was ich gelernt habe, ist ein immenses Körpergefühl, vielleicht viel besser als mit der Uhr. Würde behaupten, ich kann die Trainingsintensitäten ziemlich genau einschätzen, wie auch die Geschwindigkeit (beim letzten Marathon hab ich die erste Hälfte Pacemaker gespielt für eine Freundin, ganz ohne Laufuhr). Viel kann ich über den Atemrhythmus abschätzen.
Trainingspläne ? Da bin ich auf keinem Niveau auf Pulsmessung angewiesen. Erstmal gibt es Trainingspläne, die auf Laufumfang und Laufgeschwindigkeit basieren, je nach angestrebter Zielzeit beim Wettkampf (klar, die muss realistisch gewählt sein), so bei Laufcampus oder Steffny. Für die Ermittlung von realistischen Zielzeiten gibt es Temporechner wie z.B.
diesen. Der spuckt Dir daneben auch - auf Deine Leistungsfähigkeit angepasst - die Trainingsgeschwindigkeit für die verschiedenen Trainingsintensitäten aus. So kannst Du von HF-orientierten auf tempo-orientierte Pläne umrechnen. Bei mir passt das ziemlich genau, wenn ich meine 10km-Zeit eingebe.
Leistungssteigerung ? Ohne Pulsmessung und mit gelegentlicher Orientierung an Trainingsplänen hab ich meine 10km-Zeit innerhalb von 2 Jahren von 50 auf 42 min verbessert. Und bin inzwischen 3 Marathons gelaufen zwischen 3:33 und 3:47, für Späteinsteiger keine ganz schlechte Zeit (gell, maphman). Klar, die Trainingssystematik ist richtig, aber ein Puls-Messgerät brauch ich dafür nicht. Steffny hat mal erzählt, die Leistungsspitze beim Marathon (Läufer um die 2:15) war in Deutschland vor 30 Jahren viel breiter als heute. Da hatten sie noch kein Messgerät, aber genauso viel Ahnung vom Training.
Ich möchte mir den Spaß am Laufen erhalten, und mein Körpergefühl. Und mich nicht auch noch mit Pulswerten stressen. Als ambitionierter Läufer neigt man ja sowieso leicht dazu, sich unter Druck zu setzen.