Deutschland stöhnt unter der Hitze.
Ich hingegen starte gegen 18Uhr bei 20°C in einem kühlen Tal zum gemütlichen Lauf ins nirgendwo. Neben mir brausst die Inn wie wild vor sich her und über mir hängen schwere Gewitterwolken in den Bergen. Ich folge einem Feldweg und muss schmunzeln. Rings um mich herum die schönste Gegend und mein Weg führt mich AUSGERECHNET an einer stinkende Kläranlage vorbei. Der Weg wird danach ganz hübsch, rechts stürzt ein Wasserfall herab, links die Inn und dahinter Berge, Berge, Berge.
Plötzlich ein Blitz, gleich gefolgt von lautem Donner und der Himmel öffnet alle Schleusen. Innerhalb von einer einzigen Minute bin ich komplett nass und in den Schuhen steht das Wasser. Herrlich kühl ist dieser Lauf im Gegensatz zu dem quälenden Geschwitze der letzten Wochen. Der Feldweg wird zum Fluss, braune Schlammfluten sprudeln den inzwischen recht bergigen Weg hinunter.
Das Gewitter tobt wie es das nur in den Bergen kann aber eben aufgrund dieser Berge fühl ich mich relativ sicher vor einschlagenden Blitzen. Der Weg vor mir wird zur Asphaltstrasse mit mehreren Hochspannungsleitungen.
Nein danke, das ist weder schön noch besonders klug da langszulaufen.
Ein Wegweiser zeigt eine veränderte Route nach Hause. Hier beginnt der richtige Spass! Es geht auf schmalem Trippelpfad mitten in den Wald hinein. Ganze Sturzbäche aus Schlamm stürzen mir entgegen, der Weg geht äusserst steil nach oben. Anfangs bin ich überrascht wie gut ich das Tempo halten kann, vielleicht haben die verschiedenen Bergbesteigungen der letzten Tage konditionell ja schon etwas gebracht???
Die Uhr zeigt mir nach einer Weile jedenfalls nur noch Mist an, der Sensor am
Fuss kapituliert. Inzwischen laufe ich den Weg stellenweise hoch. Blitze beleuchten aufflackernd den inzwischen recht düsteren Wald, in der Ferne ertönt die Sirene der Stadt. Unheimlich

Ich rutsche ein paarmal aus und bemerke erst jetzt, dass es seitlich inzwischen schon recht steil einen Abhang hinuntergeht. Danebentreten ist hier äusserst ungesund! Mit etwas mehr Vorsicht renne ich weiter über Stock und Stein, immer nur hinauf, hinauf, hinauf.
Plötzlich steh ich direkt vor dem Wasserfall der schon beachtlich an Masse zugenommen hat. Hier halte ich einen Augenblick inne und freue mich (nicht zum ersten mal) Das lose Brett welches den Fall überspannt wird dem Wasser wohl nicht mehr lange standhalten. Alo fix drüberbalanciert und Patsch Patsch weiter.
Der Weg wird freundlicher, der Regen weniger und es geht bergab. So laufe ich noch ein Weilchen grinsend und triefend vor mich hin und komme direkt vor dem Hotel wieder auf die Strasse. Meine neue Hausrunde sozuagen