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20.09.2010, 21:36
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Sport frei! Beitrag #1
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konsequent inkonsequent
Registriert seit: 17.08.2010
Ort: neben Hannover
Beiträge: 1.923
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Sport frei!
Vielleicht fällt mir ja irgendwann noch was geistreiches zu meinem Lauftagebuch ein. Im Moment möchte ich einfach nur die Welt umarmen, da ich eines meiner großen Ziele gestern erfüllt habe: Einen "Halben" unter 2 Stunden laufen!
Ausgangzeit waren 2h11min im Wettkampf für 21,1km sowie mehrere Trainingsläufe im Zeitbereich 2h17min bis 2h25min.
Nachdem ich im Juni 2010 den 2-Stunden-Rekordversuch wegen Krankheit absagen mußte (1 Tag vorher), war gestern der Tag der Wahrheit.
Im Vorfeld lief dann wieder nicht alles glatt: ein leichtes Erkältungsgefühl 2 Tage vorm Lauf. Die Stimmung auf dem Tiefpunkt, nachdem bei den letzen Trainingsläufen plötzlich Wadenschmerzen im rechten Bein auftraten, wenn ich meine Wettkampfkampfschuhe anhatte.
Egal, 2 Tage so gut es ging ausgeruht, andere Schuhe genommen und los gings. Zielzeit:1h59min59s
Das Wetter war prima und ich hatte unerwartet Hilfe: durch einen Kollegen vor einiger Zeit zum Laufen überredet, wollte genau dieser Kollege heute mit mir laufen. Was sollte da noch schief gehen?
Den Rest erzähle ich irgendwann später. Nur das Ergebnis, das muß ich hier kundtun: 1 Stunde 53 min 36s 
Ich kanns selber immer noch nicht glauben.
Umso so erstaunlicher, das die einzigen Schmerzen aus der Kopfgegend von der Siegesfeier kommen...
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20.09.2010, 21:42
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Sport frei! Beitrag #2
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brüllt nur, beißt nicht
Registriert seit: 02.05.2010
Ort: Region Hannover
Beiträge: 683
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Yeah! Endlich, ich hab mich schon gefragt, wann du endlich ein Lauftagebuch aufmachst 
Gratulation zu dem Wahnsinns- Lauf!!! und das mal eben so im Training ohne Wettkampfadrenalin!!
bin schwer beeindruckt und werde jetzt doch nicht mehr fragen, ob du demnächst im Dunkeln mit mir mal abends läufst  
bin gespannt wies hier weitergeht...
liebe Grüße,
Leo
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21.09.2010, 08:17
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Sport frei! Beitrag #3
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konsequent inkonsequent
Registriert seit: 17.08.2010
Ort: neben Hannover
Beiträge: 1.923
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Zitat:
Zitat von Loewenkind
und das mal eben so im Training ohne Wettkampfadrenalin!!
bin schwer beeindruckt und werde jetzt doch nicht mehr fragen, ob du demnächst im Dunkeln mit mir mal abends läufst  
bin gespannt wies hier weitergeht...
liebe Grüße,
Leo
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Danke! 
Mein Gehirn ist durch das permanente Siegerlächeln wohl ein wenig überfordert. Ich glaube ich vergaß zu erwähnen, dass ich beim " Rübenlauf" mitmachte. Es war also sehr, sehr viel Adrenalin im Spiel. Die ganze Geschichte schreibe ich noch auf, bevor ich selber das Unvergessliche vergesse 
Gehirn aus-Siegerlächeln an
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21.09.2010, 12:21
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Sport frei! Beitrag #4
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ist in der Sommerpause
Registriert seit: 24.11.2009
Ort: Oberelsungen
Beiträge: 6.336
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Cool! Gratuliere!
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23.09.2010, 21:42
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Sport frei! Beitrag #5
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konsequent inkonsequent
Registriert seit: 17.08.2010
Ort: neben Hannover
Beiträge: 1.923
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Nicht 1. und trotzdem Sieger
Wir schreiben den 19 September 2010. Es ist einer der schönsten Tage in diesem kalten Herbst. Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel auf den Ort des Geschehens: Hiddestorf, ein Dorf im Süden von Hannover. Hier findet heute schon zum 13. Mal der „Rübenlauf“ statt und heute bin ich auch dabei. Diesmal soll es klappen, heute möchte ich die Halbmarathondistanz unter 2 Stunden laufen.
Dabei sahen die Vorzeichen gar nicht so gut aus. 2 Tage vorher bekam ich plötzlich Halsschmerzen und die Nase zeigte erste Schnupfenerscheinungen. Dazu kam urplötzlich ein unangenehmes Ziehen in der rechten Wade, wenn ich mit meinen Wettkampfschuhen unterwegs war (ASICS Landreth). Ein strenges Ruheprogramm und der Wechsel auf meine Langstreckenschuhe (BROOKS Glycerin 8) bewirken Wunder. Ich stehe wirklich auf der Starterliste des heutigen Tages! Und ich bin nicht der Einzige. Unter den über 900 Läufern befindet sich auch ein gewisser Stefan. Jener Stefan ist ein Arbeitskollege von mir. Und er war es auch, der mich regelrecht zum Laufen überredet hatte, damals. Er trägt eine Mitschuld, das ich heute hier stehe, aufgeregt wie ein kleines Kind zu Weihnachten.
Aber ich bin nervös, schaffe ich die Strecke überhaupt? Wenn ja in welcher Zeit? Eigentlich sollte mich das nicht weiter kümmern. Denn meinen 1. Halbmarathon hatte ich vor gut einem halben Jahr ganz gut überstanden. 2 Stunden 11 Minuten standen damals auf der Uhr im Ziel und ich fühlte mich großartig, mal abgesehen von den doch arg verkrampften Beinen. Seither war ich die 21.1 km im Training noch 4-mal ohne große Probleme gelaufen. Hinzu kamen Läufe bis zur 18 km Distanz im Wechsel mit Intervall- und Tempoläufen. Ich wollte ja schneller werden. Einmal diese Strecke unter 2 Stunden– das wäre ein Traum.
Aber der Verstand sagt: „Das wird heute nix, du hast dich nicht gut gefühlt in den letzten Tagen.“ Das Herz antwortet: „ Na und? Laufe ich eben nur zum Spaß mit, mal sehen was draus wird.“
Genauso halten wir es dann auch. Kurz nach 9:00 gehen Stefan und ich sowie hunderte gut gelaunte Läufer auf die Strecke. 21.1 km – schier endlos. Schon nach wenigen hundert Metern wird klar: ich laufe viel zu schnell. Geplant war ein Schnitt von 5min40s pro km. Ich starte aber mit 5min pro km. Ich reduziere die Geschwindigkeit auf 5 min 20 pro km, angezeigt durch meine GPS Uhr. Eigentlich ja immer noch 20 s zu schnell, aber will ich jetzt schon Letzter sein? Viele Mitläufer ziehen das Tempo durch und davon. Stefan bleibt an meiner Seite. Ich weiß, er kann viel schneller laufen und trainiert zurzeit für sein Triathlon –Debüt. Aber hier und heute läuft er hinter mir. Ich habe ein schlechtes Gewissen, ihn so auszubremsen. Die Kilometer gehen dahin, das Feld zieht sich auseinander. Mir geht’s prima. Trotz des hohen Tempos läuft es total super. Ein paar der Schnellstarter haben ihren Fehler nun auch korrigiert und das Tempo der Masse reduziert sich.
Inzwischen sind wir bei km 6 angekommen. Mir fällt es schwerer, mit Stefan Schritt zu halten, der jetzt das Tempo macht. Ein Blick auf die Uhr beweist es: wir laufen unter 5min 15s. Zu schnell für mich, ich ziehe die Notbremse und takte mich wieder auf 5 min 20 ein und lasse ihn ziehen. Ich bin ein wenig enttäuscht, dass ich nicht mithalten kann. Aber es nagt auch die Angst, komplett umzufallen. Ich beschließe, mein Tempo zu halten solange es geht. Vielleicht kann ich mir ja ein Polster aufbauen, um am Ende noch eine Zeitreserve zu haben. Der Abstand zu Stefans weißer Mütze wird von Kilometer zu Kilometer größer.
So laufe ich in einer kleinen Gruppe weiter, in der natürlich die weitere Renntaktik diskutiert wird. Während die einen langsamer werden wollen – oder müssen, entscheiden sich die anderen für eine Geschwindigkeitssteigerung.
Bei km 10 checke ich kurz die Zeit: 53min 55s. Wahnsinn! Nur 10 Sekunden langsamer als beim Testrennen über diese Distanz vor 2 Wochen. Der Verstand meldet sich wieder: „Viel zu schnell!“. Mein Gefühl sagt mir: „Das kann klappen“. Weiter geht’s.
Nach ungefähr 1 Stunde erscheint das 11 Kilometer Schild vor mir. Noch 1 Stunde Zeit für 10 Kilometer. Das muss doch irgendwie zu schaffen sein.
Inzwischen bin ich in meinem Wohnort angekommen, denn praktischerweise findet der „Rübenlauf“ direkt vor meiner Haustür statt. Ich laufe allein, da die meisten langsamer geworden sind. Ich realisiere, dass mich seit km 10 keiner mehr überholt hat. Das Selbstbewusstsein wächst mit jedem Schritt.
Urplötzlich werde ich von einem zarten Stimmchen aus meinen Gedanken gerissen: „Schneller Papa!“ Mein 3 jähriger Sohn und meine Frau stehen an der Strecke und feuern mich an. Das sie hier irgendwo stehen würden, hatten wir ja vorher abgesprochen. Jetzt bin ich aber doch überrascht. Und freue mich riesig. Es gibt was zu trinken - dann geht es weiter. Noch einmal umdrehen und schon sind sie hinter der nächsten Ecke verschwunden. Den Blick wieder nach vorne und jetzt heißt es Zähne zusammen beißen. Denn jetzt kommt der schwerste Abschnitt der Strecke: ein leichter Anstieg bis ins nächste Dorf. Dazu führt der Weg an einer baumlosen Strasse entlang, so dass der Gegenwind richtig wirken kann. Verdammt, bis eben lief doch alles super. Ich werde langsamer, 5min45s stehen auf meiner Uhr für den letzten Kilometer. Aber ich kann jetzt auch ziemlich weit nach vorne blicken. Und ist das nicht – ja richtig – Stefans weiße Mütze! Er läuft geschätzt 300 m vor mir. Mein Kampfgeist ist wieder da: „Den holst du noch ein“. Inzwischen ist die Strecke wieder eben. Nun geht es über Feld- und Waldwege weiter.
Während ich versuche an Stefan ranzukommen, hat sich ein Läufer in blauer Laufkleidung an meine Fersen geheftet. Ich weiß nicht, ob ich ihn überholt habe oder ob er mich eingeholt hat. In jedem Fall bemerke ich ihn bei Kilometer 17 in meinem Windschatten. Zeit für den letzten Abschnitt: 5 min 20 s. Ich bin wieder auf dem alten Tempo. Aber es wird immer schwerer. Mein Puls liegt bei knapp über 90% max HF, die Atmung ist schon erheblich schneller als noch vor ein paar Kilometern. Verdammt – es ist doch nicht mehr weit! Ich überhole einen Läufer, der eine Gehpause machen muss. „Los weiter!“ Das gilt mehr mir selbst als dem Geher. Noch 2 km, der Blaue ist immer noch hinter mir, die Geschwindigkeit unverändert hoch, aber ich komme nicht näher an Stefan heran. Noch 1 km, der Blaue zieht langsam aber sicher vorbei. Ich bin nicht langsamer geworden, er ist einfach schneller.
Immer weiter, nicht jetzt noch schlapp machen.
Urplötzlich taucht das 21 km Schild auf. Noch 100m! Jetzt oder nie – der Blaue ist nur 20 m vor mir, mir ist alles egal –lauf Alter, LAUF! Und meine Beine gehorchen. Ich stürme am Blauen vorbei, überhole noch 2 verdutzte Läuferinnen und reiße die Arme hoch. Ich bin am Ziel! Keine 1 Stunde 59 min , wie ich erhofft hatte. Meine Stoppuhr bleibt bei 1 Stunde 53 min 25 s stehen.
Und dann – Ruhe. Mein Puls rast, aber um mich herum scheint alles in Zeitlupe abzulaufen.
10 m vor mir entdecke ich die weiße Mütze wieder: Stefan. Seine ersten Worte werde ich nie vergessen: „Was machst du denn schon hier?“ Ich muss erst mal Luft holen, drehe mich um und sehe den Blauen wieder. Ich gehe zu ihm hin, reiche ihm wortlos die Hand. Er strahlt mich an: „ Danke fürs ziehen. War ein super Tempo.“ Ich finde keine Worte, ich kann nur lächeln.
Als ich eine halbe Stunde später meine Urkunde in der Hand halte, steht da 1h53min36s drauf, also mehr als bei meiner Messung. Aber auch das kann mein Lächeln nicht abschalten: Ich habe es wirklich geschafft!
Danke Stefan, danke Blauer und danke an alle, die an mich gedacht und geglaubt haben.
Geändert von krichi (23.09.2010 um 21:47 Uhr)
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24.09.2010, 06:59
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Sport frei! Beitrag #6
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Hüftroller
Registriert seit: 02.08.2010
Ort: Emsland
Beiträge: 93
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Toller Bericht und eine echt super Zeit 
Herzlichen Glückwunsch auch von mir!!!
Bin ganz neidisch, bei mir steht nächste Woche mein erster HM an - fürs erste Mal steht aber das Ziel "ankommen" im Vordergrund
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24.09.2010, 08:00
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Sport frei! Beitrag #7
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konsequent inkonsequent
Registriert seit: 17.08.2010
Ort: neben Hannover
Beiträge: 1.923
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Zitat:
Zitat von oceandance
Toller Bericht und eine echt super Zeit 
Herzlichen Glückwunsch auch von mir!!!
Bin ganz neidisch, bei mir steht nächste Woche mein erster HM an - fürs erste Mal steht aber das Ziel "ankommen" im Vordergrund
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Danke! 
Ich drück dir die Daumen für nächste Woche. 
Nur nicht verrückt machen lassen von der Zielzeitdiskussion beim Start. Lauf dein Tempo.
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24.09.2010, 10:49
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Sport frei! Beitrag #8
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resignierende Lahme
Registriert seit: 21.02.2009
Ort: Stadt mit dem schönsten Mond
Beiträge: 1.351
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Schöner Bericht, du solltest mehr Wettkämpfe machen, dann haben wir etwas zu lesen.
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