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Trainingspläne (Marathon, Triathlon und mehr...)

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Alt 11.01.2011, 18:44   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #1
Holmehus
Küstenläufer
 
Benutzerbild von Holmehus
 
Registriert seit: 10.01.2011
Ort: Fünen
Beiträge: 2.120
Standard Tipps für Marathon im 2. Anlauf

Hallo,

Die Vorgeschichte: Aus einer Bierlaune heraus habe ich mich im September 2005 von einem Kumpel überreden lassen mit ihm zusammen in Berlin an den Start zu gehen.

Ich habe mich dann im Netz ein bißchen schlau gemacht, mir einen Trainingsplan (ich glaub das war einer von Uta Pippig) runtergeladen und angefangen zu trainieren.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich dem Plan nicht besonders eng gefolgt bin. Ich bin zwar so in etwa díe angegebenen Umfänge gelaufen, habe jedoch gänzlich auf das Intervalltraining verzichtet. Da ich ganz alleine trainiert habe, erschien mir das einfach zu hart

Zu viermal die Woche hat es leider auch nicht immer ganz gereicht, aber zumindest die erforderlichen km hab ich in der Regel schon abgespult. Ich habe auch 6 lange Läufe gemacht (zwischen 28 und 34 km), die alle relativ problemlos verliefen.
Während der ganzen Vorbereitung habe ich normal weiter geraucht, abends mein Bier getrunken und tagsüber jede Menge Kaffe zu mir genommen. Meine Ernährung habe ich auch nicht groß verändert, bis auf das ich Mg-tabletten genommen haben.

So vorbereitet ging ich dann an den Start, fühlte mich prächtig und war mir auch ziemlich sicher in der angestrebten Zeit von unter 4 Std ins Ziel zu kommen.

Als es dann losging kam der erste Schock: Da ich vorher nicht einen Wettkampf bestritten hatte, war ich doch recht überrascht, wie viele Leute da so auf der Strecke waren und dass man unter gar keinen Umständen so gemütlich wie im Training seine Bahnen ziehen konnte. Hier war also Zickzack Laufen und Stoppen und Beschleunigen angesagt.

Das Ende vom Lied war jedenfalls, dass ich trotz keinerlei konditioneller Probleme bei km 32 Krämpfe bekommen habe und den Rest mehr oder weniger gehen mußte. Hier mal meine Zwischenzeiten

10 km 54:20
15 km 1:21:45
HM 1:56:04
25 km 2:18:01
30 km 2:47:12


Ins Ziel kam ich dann letztlich mit 4:19 ohne richtig geschafft zu sein und von daher war ich trotz Finish mit dem Ergebnis auch nicht so wirklich zufrieden. Mir war schnell klar, dass ich einige gravierende Fehler in der Vorbereitung gemacht hatte:

1. Keine Wettkampferfahrung (hab als ehemaliger Leichtathlet zwar in der Jugend viele Wettkämpfe bestritten, aber das war einfach zu lange her)
2. Kippen, Bier und Kaffe waren natürlich voll daneben, Stichwort Ausschwemmung von Mineralstoffen, was die Krämpfe sicherlich begünstigt hat
3. Zu wenig Muskelaufbautraining. Hier haben sich wohl die fehlenden Intervalleinheiten gerächt. Daher waren meine Beine zwar an lange gleichmäßige Läufe gewöhnt, jedoch nicht an die Belastung durch das ganze Zick Zack und Bremsen und Beschleunigen.

Jetzt möchte ich doch noch mal einen 2. Versuch starten. Der ursprüngliche Plan war Ende Mai in Hamburg zu starten. Natürlich wieder mit dem Ziel unter 4 Stunden zu laufen. Nach einigem Lesen hier und auf anderen Seiten bin ich mir jetzt aber doch etwas unsicher geworden.

Seit dem Marathon bin ich immer mehr oder weniger regelmässig gelaufen, jedoch meist nur so 2 mal die Woche um die 5 km. Seit letztem Sommer trainiere ich wieder intensiver und laufe zur Zeit so um die 40 km in der Woche.

Die Sache mit den Kippen und so hab ich schon mal im Griff.

Ich mache zur Zeit einmal in der Woche Intervalltraining und wollte das in der Vorbereitung dannn noch weiter intensivieren.

Zusätzlich habe ich natürlich noch ein paar Wettkämpfe eingeplant. Den ersten bin ich am 2. Januar gelaufen. 12,5 km in 1:04:53, also mit einem Schnitt von 5:11 pro km. Damit war ich eigentlich zufrieden, da ich nicht für den Wettkampf trainiert hatte, da ich durch Zufall erst einen Tag vor dem Wettkampf einen Startplatz bekommen habe.

Daher jetzt meine Fragen an euch:

Wie beurteilt ihr meine Fehleranalyse vom Berlinmarathon?
Bin ich die ersten 10 km vielleicht zu schnell angegangen?
Ist Hamburg zu früh und sollte ich vielleicht besser bis zum Herbst oder eventuell sogar bis nächstes Frühjahr warten?
Ist so ein grosser Lauf überhaupt das Richtige für mein Vorhaben. Ich denke manchmal, dass es bei kleineren Läufen, wo nicht ganz so viele Leute unterwegs sind vielleicht einfacher ist, eine gute Zeit zu laufen und die Belastung für die Muskulatur nicht ganz so hoch ist. Oder spielt das nicht so die Rolle?

Freue mich auf eure Antworten und Anregungen

Grüße aus Dänemark
Holmehus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2011, 19:59   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #2
Immanuel Blunt
I ♥ Running
 
Benutzerbild von Immanuel Blunt
 
Registriert seit: 16.10.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 5.169
Standard

hallo und willkommen im forum

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Wie beurteilt ihr meine Fehleranalyse vom Berlinmarathon?
aus meiner sicht sind wettkämpfe nicht unbedingt ein muss, sofern du dich im training an deine grenze bringen kannst. diese aussage:
Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Da ich ganz alleine trainiert habe, erschien mir das einfach zu hart
lässt mich jedoch daran zweifeln . wenn du aber im training einen leistungstest über 10 km unter 50 min laufen kannst, brauchst du nicht unbedingt die wettkampferfahrung. einen marathon wie hamburg oder berlin kann man angesichts der menschenmassen ohnehin nicht simulieren. dass du jedoch wettkämpfe in der vorbereitung laufen willst, erachte ich als positiven fortschritt gegenüber deiner letzten vorbereitung. wettkämpfe sind das beste training. eine standortbestimmung, zu was du auf einer unterdistanz wirklich zu leisten im stande bist halte ich auf jeden fall für unablässig, um ungefähr einschätzen zu können, welche m-zeit realistisch ist. bei den zigaretten kommt es auf die dosis an aber das scheinst du ohnehin im griff zu haben. kaffee- und bierkonsum in maßen sehe ich auch nicht so problematisch. die krämpfe von damals würde ich jedenfalls nicht zwingend darauf zurückführen. krämpfe können eher durch natriummangel entstehen. am intervalltraining würde ich dein scheitern auch nicht unbedingt festmachen. die 1:04:53 über 12,5 km ohne gezieltes training zeigen mir, dass du (jedenfalls heute) die benötigte grundschnelligkeit drauf hast. ich kenne deinen plan von damals zwar nicht aber was aus meiner sicht natürlich schon wichtig ist, ist das laufen des marathonrenntempos (mrt) z.b. über 3x3000 oder 3x4000 oder besser 3x5000m. solche einheiten sind schon wichtig, um das mrt einzuüben. deinen schilderungen zufolge vermute ich, dass du einfach nicht hart genug trainiert hat. ein bißchen quälen muss man sich schon, um bestimmte ziele zu erreichen .

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Bin ich die ersten 10 km vielleicht zu schnell angegangen?
ich denke schon.

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Ist Hamburg zu früh und sollte ich vielleicht besser bis zum Herbst oder eventuell sogar bis nächstes Frühjahr warten?
das kommt auf deine momentane leistungsfähigkeit an. ich denke, dass du 60 wochen-km ohne größere beschwerden weckstecken können solltest, bevor du in den trainingsplan einsteigst.

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Ist so ein grosser Lauf überhaupt das Richtige für mein Vorhaben. Ich denke manchmal, dass es bei kleineren Läufen, wo nicht ganz so viele Leute unterwegs sind vielleicht einfacher ist, eine gute Zeit zu laufen
das ist natürlich so eine sache. da könntest du recht haben. vielleicht hast du dich damals in berlin auch im falschen startblock positioniert, dass du so einen schlingerkurs laufen musstest? wie lange hast du damals insgesamt trainiert? wenn die bierlaune im september war, nehme ich an 1 jahr? die ganzen massen machen es natürlich nicht einfach, seine linie durchzuziehen aber wenn du im richtigen block läufst, kannst du dich auch von anderen läufern ziehen lassen. wähle auf jeden fall einen flachen kurs für dein vorhaben.

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Ich muss allerdings zugeben, dass ich dem Plan nicht besonders eng gefolgt bin.
ein trainingsplan hat schon einen sinn, den solltest du nach möglichkeit auch befolgen .
Immanuel Blunt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.01.2011, 20:25   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #3
Holmehus
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Hallo und danke für deine Einschätzung.

Ich denke auch, dass ich wohl in erster Linie gescheitert bin, weil ich mich nicht genug gequält habe. Das wird dieses Mal aber anders . Habe gerade eben erst einen 10 km Tempolauf gemacht. Allerdings ohne Uhr, dafür aber mit Trainingspartner und ich merke meine Beine jetzt schon ganz ordentlich.

Den Startblock konnte ich mir leider nicht aussuchen. Ich mußte als Newbie von ganz hinten starten Die 10 k Zeit von 54 min hört sich im ersten Moment ja nun auch nicht besonders schnell an. Die ersten 1,5 km war an ein normales Laufen aber gar nicht zu denken und von daher kam mir das dann nämlich schon recht schnell vor, als die Bahn dann so einigermassen frei war.

Eine flache Strecke werde ich mir auf jeden Fall aussuchen, denn das Bergauflaufen erhöht ganz sicher die Gefahr wieder Krämpfe zu bekommen.

Schön zu hören,dass du das mit den Kippen etc nicht ganz so dramtisch siehst. So ganz weg bin ich von dem Zeug ja nun leider auch noch nicht.

Ich werde auf jeden Fall mal die harten Einheiten im Renntempo machen (jetzt schon zum Testen oder doch erst später?) und gelichzeitig den Umfang erhöhen, so dass ich Ende Februar um die 60 Wochenkilometer liege.


Holmehus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2011, 10:43   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #4
Immanuel Blunt
I ♥ Running
 
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Beiträge: 5.169
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Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Den Startblock konnte ich mir leider nicht aussuchen. Ich mußte als Newbie von ganz hinten starten
mogel dich beim nächsten mal halt nach vorn .

Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Ich werde auf jeden Fall mal die harten Einheiten im Renntempo machen (jetzt schon zum Testen oder doch erst später?) und gelichzeitig den Umfang erhöhen, so dass ich Ende Februar um die 60 Wochenkilometer liege.
ich würde erst die umfänge erhöhen und erst viel später am tempo arbeiten. nicht beides gleichzeitig. das mrt brauchst du jetzt noch nicht laufen.
Immanuel Blunt ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2011, 11:36   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #5
Holmehus
Küstenläufer
 
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Gut dann werde ich mal ein paar km drauf packen . und mit der Quälerei noch ein bisschen warten.

Beim Marathon hab ich auch ganz spät im Rennen noch sehr viele Leute überholt, bei denen ich mich immer gefragt habe, wieso die so weit vorne waren. Jetzt weiß ich dann ja auch wie die das geschafft haben

Ich bin wohl einfach zu rechtschaffen für diese Welt
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Alt 12.01.2011, 11:56   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #6
DonMias
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Zitat:
Zitat von Holmehus Beitrag anzeigen
Beim Marathon hab ich auch ganz spät im Rennen noch sehr viele Leute überholt, bei denen ich mich immer gefragt habe, wieso die so weit vorne waren. Jetzt weiß ich dann ja auch wie die das geschafft haben

Ich bin wohl einfach zu rechtschaffen für diese Welt
Oder die Läufer, die Du überholt hast, sind zu schnell angegangen um dann hinten raus einzubrechen.
DonMias ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.01.2011, 12:38   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #7
Holmehus
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Das mag bei einigen so gewesen sein, aber ich glaube durchaus in der Lage zu sein, zumindest bei einigen Menschen, anhand der körperlichen Merkmale auf ihr läuferisches Vermögen schliessen zu können. Und das passte nun einmal vorne und hinten nicht zusammen. Klar kann man sich da auch durchaus mal irren, aber sicher nicht bei so vielen.
Holmehus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.05.2011, 09:51   Tipps für Marathon im 2. Anlauf Beitrag #8
Holmehus
Küstenläufer
 
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Kleines Update In 3 Wochen ist es so weit, dann laufe ich den HH Marathon. Hab jetzt also noch eine harte Trainingswoche vor mir, bevor ich ins Tapering einsteige.

Ich hab mir IB's Worte zu Herzen genommen und mich dieses Mal im Training gequält. Das ging erstaunlicherweise viel besser, als ich gedacht habe. Inzwischen machen mir die "schnellen" Einheiten sogar mehr Spaß als die langsamen und langen.

Aus diversen Gründen habe ich leider keinen richtigen Wettkampf machen können, so dass mir zeitmäßig ein paar Anhaltspunkte fehlen. Vor 3 Wochen bin ich allerding bei einem Halbmarathon gestartet, den ich ganz locker in 1:53 gelaufen bin. Konnte leider nicht richtig durchziehen, da ich meiner Trainingspartnerin versprochen hatte, den Pacemaker zu machen.

Ich bin auch dieses Mal keinem Trainingsplan gefolgt, habe mich aber an verschiedenen Plänen orientiert und die Umfänge und Intensitäten auch fast immer eingehalten . Ich fühle mich auf jeden Fall gut vorbereitet, topfit und habe das Gefühl eine 3:45 laufen zu können. Bin jetzt sogar ein bisschen am hin und her überlegen, ob ich das Risiko eingehen soll auf 3:45 zu laufen oder doch lieber sicher die 3:59 anzupeilen. Sollte ich die 4 Std nicht knacken, muß ich eben im Herbst noch mal ran

lg
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