Hallo,
Die Vorgeschichte: Aus einer Bierlaune heraus habe ich mich im September 2005 von einem Kumpel überreden lassen mit ihm zusammen in Berlin an den Start zu gehen.
Ich habe mich dann im Netz ein bißchen schlau gemacht, mir einen Trainingsplan (ich glaub das war einer von Uta Pippig) runtergeladen und angefangen zu trainieren.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich dem Plan nicht besonders eng gefolgt bin. Ich bin zwar so in etwa díe angegebenen Umfänge gelaufen, habe jedoch gänzlich auf das Intervalltraining verzichtet.

Da ich ganz alleine trainiert habe, erschien mir das einfach zu hart

Zu viermal die Woche hat es leider auch nicht immer ganz gereicht, aber zumindest die erforderlichen km hab ich in der Regel schon abgespult. Ich habe auch 6 lange Läufe gemacht (zwischen 28 und 34 km), die alle relativ problemlos verliefen.
Während der ganzen Vorbereitung habe ich normal weiter geraucht, abends mein Bier getrunken und tagsüber jede Menge Kaffe zu mir genommen.

Meine Ernährung habe ich auch nicht groß verändert, bis auf das ich Mg-tabletten genommen haben.
So vorbereitet ging ich dann an den Start, fühlte mich prächtig und war mir auch ziemlich sicher in der angestrebten Zeit von unter 4 Std ins Ziel zu kommen.
Als es dann losging kam der erste Schock: Da ich vorher nicht einen Wettkampf bestritten hatte, war ich doch recht überrascht, wie viele Leute da so auf der Strecke waren und dass man unter gar keinen Umständen so gemütlich wie im Training seine Bahnen ziehen konnte. Hier war also Zickzack Laufen und Stoppen und Beschleunigen angesagt.
Das Ende vom Lied war jedenfalls, dass ich trotz keinerlei konditioneller Probleme bei km 32 Krämpfe bekommen habe und den Rest mehr oder weniger gehen mußte. Hier mal meine Zwischenzeiten
10 km 54:20
15 km 1:21:45
HM 1:56:04
25 km 2:18:01
30 km 2:47:12
Ins Ziel kam ich dann letztlich mit 4:19 ohne richtig geschafft zu sein und von daher war ich trotz Finish mit dem Ergebnis auch nicht so wirklich zufrieden. Mir war schnell klar, dass ich einige gravierende Fehler in der Vorbereitung gemacht hatte:
1. Keine Wettkampferfahrung (hab als ehemaliger Leichtathlet zwar in der Jugend viele Wettkämpfe bestritten, aber das war einfach zu lange her)
2. Kippen, Bier und Kaffe waren natürlich voll daneben, Stichwort Ausschwemmung von Mineralstoffen, was die Krämpfe sicherlich begünstigt hat
3. Zu wenig Muskelaufbautraining. Hier haben sich wohl die fehlenden Intervalleinheiten gerächt. Daher waren meine Beine zwar an lange gleichmäßige Läufe gewöhnt, jedoch nicht an die Belastung durch das ganze Zick Zack und Bremsen und Beschleunigen.
Jetzt möchte ich doch noch mal einen 2. Versuch starten. Der ursprüngliche Plan war Ende Mai in Hamburg zu starten. Natürlich wieder mit dem Ziel unter 4 Stunden zu laufen. Nach einigem Lesen hier und auf anderen Seiten bin ich mir jetzt aber doch etwas unsicher geworden.
Seit dem Marathon bin ich immer mehr oder weniger regelmässig gelaufen, jedoch meist nur so 2 mal die Woche um die 5 km. Seit letztem Sommer trainiere ich wieder intensiver und laufe zur Zeit so um die 40 km in der Woche.
Die Sache mit den Kippen und so hab ich schon mal im Griff.
Ich mache zur Zeit einmal in der Woche Intervalltraining und wollte das in der Vorbereitung dannn noch weiter intensivieren.
Zusätzlich habe ich natürlich noch ein paar Wettkämpfe eingeplant. Den ersten bin ich am 2. Januar gelaufen. 12,5 km in 1:04:53, also mit einem Schnitt von 5:11 pro km. Damit war ich eigentlich zufrieden, da ich nicht für den Wettkampf trainiert hatte, da ich durch Zufall erst einen Tag vor dem Wettkampf einen Startplatz bekommen habe.
Daher jetzt meine Fragen an euch:
Wie beurteilt ihr meine Fehleranalyse vom Berlinmarathon?
Bin ich die ersten 10 km vielleicht zu schnell angegangen?
Ist Hamburg zu früh und sollte ich vielleicht besser bis zum Herbst oder eventuell sogar bis nächstes Frühjahr warten?
Ist so ein grosser Lauf überhaupt das Richtige für mein Vorhaben. Ich denke manchmal, dass es bei kleineren Läufen, wo nicht ganz so viele Leute unterwegs sind vielleicht einfacher ist, eine gute Zeit zu laufen und die Belastung für die Muskulatur nicht ganz so hoch ist. Oder spielt das nicht so die Rolle?
Freue mich auf eure Antworten und Anregungen
Grüße aus Dänemark