Ein Tagebuch wollte ich schon immer führen, war bisher aber zu faul. Nun also ein Lauftagebuch.
Blicken wir mal zurück: Letztes Jahr fing die beste Ehefrau von allen wieder mit dem Laufen an. Und das auch noch regelmäßig. Und auch immer weiter und immer schneller. Mitlerweile läuft sie Distanzen zum Spaß, wo ich ich dann doch lieber auf diversen Rädern unterwegs bin.
Mein Ziel: Ultramarathon in unter 4 Stunde. Das ganze mit maximal 15 Minuten Training in der Woche. Ich erzählte meiner Frau von dem Plan.
Zwei Stunden später hörte sie auf zu lachen. Der Plan ist nun: Marathon mit 40 Jahren. Das sind noch öhhhhh.. ca 3 Jahre hin. Also keine Hektik, sondern gezieltes Aufbauen. Momentan komme ich nicht viel weiter als 10-15 Kilometer. Das liegt nicht daran, dass ich dann nicht mehr kann, ich habe dann irgenwie keine Lust mehr, trotz "Runners high".
Mal gucken, wie sich das ändern läßt.
Sprung in die Jetzt-Zeit:
Nach einigen Trainigsläufen (immer so zwischen 5 und 10 Kilometer) war der Neujahrslauf in Berlin angesagt. Mangels Babysitter mit ca 50 Kilo Kinder und Chariot zu schieben). Okay, okay, ein echter Wettkampf sieht anders aus, aber man will ja im neuen jahr ein Zeichen setzen.
Diese Zeichen hat zumindest bis heute gestrahlt, den heute war der
Caputer-See-Lauf. Also Kinder zur Tante, Frau ins Auto und ab Richtung Caputh. Für alle nicht Brandenburger: Ziemlich nah bei Potsdam, das wiederum südwestlich von Berlin ist. 10 Kilometer galt es zu bewältigen, besser gesagt: 2 Runden à 5 Kilometer um den See.
Vor dem Start noch eine Dank für das verfühte Geburtstagsgeschenk: Laufsocken. Ohne die wäre das alles heute nichts geworden.
Los ging's. Den ersten Kilometer mal testen, was Körper und Ausrüstung so verkraften. Freundliches Speedmetal klingt durch die Kopfhöhrer und mein Laufapp sagt: "One Kilometer in 5 minutes, 20 seconds." Okay, darauf kann man aufbauen. Bei Kilometer 2 sagte sie "11 minutes". Kommt da noch was? Nein, da kam nichts. Damit bin ich eigentlich sehr zufrieden. Jetzt gilt es nurnoch, das Tempo die restlichen 8 Kilomter durchzuhalten. Der Weg war im Waldgebiet sehr schlammig und es gab einige Läufer, denen das zum Verhänginis wurde. Ich stellte fest, dass ich wohl tatsächlich der Wettkampftyp bin, denn ich konnte das Tempo einigermaße stabil halten, was ich von anderen nicht unbedingt sagen kann. Bis Kilometer 7 hatte ich etliche Läufer noch so am Horizont ausmachen können, aber ich kam ihnen immer näher. Letztendlich pendelten meine Kilometerzeiten zwischen 5:20 und 5:39, also recht stabil. In dem Tempo hätte ich noch etwas weiterlaufen können, doch nach 10 Kilomteren (bzw. 0:54:30 Stunden) war Schluß. Es war ziemliches Laufen am Limit. Schneller wäre echt nicht gegangen, langsamer war aber auch nicht unbedingt nötig.
Ich bin sehr zufrieden mit der Zeit, der Endspurt auf der Zielgraden brachte noch 2 Plätze und mich an die K-Grenze. Gehört aber irgenwie zu einem Wettkampf dazu.
Was habe ich gelernt:
a) Ich kann noch laufen.
b) Will ich schneller werden, muss ich trainieren.
c) Will ich weiter laufen, muss ich trainieren.
d) Alkoholfreies Weizen nach dem Lauf tut gut.
e) Viel indisches Essen nach dem Lauf tut nicht gut.
f) Irgendwie zwickt es gerade etwas im linken Knie. Mal sehen, ob ich morgen Basketball spielen kann.
g) Danke Maus für die Socken. Ohne sie hätte ich bei Kilometer 5 mit Blasen an den Füßen aufgeben müssen.
Memo an mich selbst: Ich muss nicht unbedingt durch Matsch laufen.
Bis zum nächsten Mal liebes Tagebuch