Hallo liebe Läufer: hier ein artikel zu gestressten Läuferbeinen:
Inneres Schienbeinkantensyndrom:
Da der hintere Schienbeinmuskel (M. tibialis posterior) direkt an der Schienbeinrückseite sei-
nen Ursprung hat, kann es bei einer Überlastung zu einer Reizung der Knochenhaut und damit
zum inneren oder medialen Schienbeinkantensyndrom kommen.
Ursache kann eine Überpronantionsbewegung beim Laufen sein. Aber auch eine Supinations-
bewegung im Vorfuß kann das Syndrom hervorrufen. Dabei kommt es zu einer Überlastung
des langen Beugemuskels der Kleinzehe (M. flexor digitorum longus) durch dessen Ursprung
am Schienbeinknochen eine Knochenhautreizung hervorgerufen werden kann.
Vorderes Schienbeinkantensyndrom:
Dafür ist eine Überlastung des vorderen Schienbeinmuskels (M. tibialis anterior) verantwort-
lich. Aufgrund seines Ansatzes an der vorderen Fußinnenkante wird dieser Muskel z.B. durch
ein abgeschwächtes Fußgewölbe überlastet. Als weitere „Risikogruppe“ gelten Rückfußläu-
fer. Dabei zieht der vordere Schienbeinmuskel die Fußspitze immer wieder an und der Fuß
rollt allein durch das Körpergewicht gegen den Widerstand der Muskulatur über das Fersen-
bein ab. Diese zum gleichen Zeitpunkt auftretende Anspannung und Dehnung überlastet
schließlich den Muskelansatzbereich an der Knochenhaut des Schienbeins.
Weitere Ursachen:
- Laufstil bei dem die Füße sehr weit außenrotiert aufsetzen („Charly-Chaplin-Läufer“)
- Ein Schlag, Stoß oder Tritt vors Schienbein
- Anlagebedingte Fußfehlstellungen (Knick- oder Senkfuß)
- Ständiges Kurvenlaufen
- Schlechtes Schuhwerk
Symptome:
- Mittelmäßige bis starke Druckschmerzen entlang der inneren bzw. vorderen Schien-
beinkante, nach oder bei der Belastung.
- Schmerz lässt bei Ruhe meist nach und tritt erst bei Wiederaufnahme der Aktivität er-
neut auf.
- Durch Streckung des Fußes können Schmerzen ausgelöst bzw. noch verstärkt werden.
- Die in diesem Bereich ansetzenden Muskeln können verhärtet oder ebenfalls druck-
schmerzhaft ein.
- Eine diffuse Schwellung kann tast- und sichtbar sein.
Was tun bei einer Diagnose?
- Kontrolle des Schuhwerks auf Verschleißspuren
- Optimierung der Lauftechnik (orthopädische Einlagenversorgung bzw. entsprechende
Schuhversorgung)
- Kräftigung der Fußmuskulatur z.B. durch Barfußlaufen
- Physiotherapeutische Behandlung
- Spritzen und Tabletten bei akuten Beschwerden
- Wärme- und Kälteanwendung im Wechsel
- Einreiben mit Franzbranntwein, Quarkwickeln, kortisonhaltigen Salben
- MRT
WICHTIG:
- Training reduzieren, sonst besteht Gefahr des chronischen Zustandes.
- Erst wieder mit Training beginnen, wenn Druckschmerzen verschwunden sind.
- Bei Wiederaufnahme der Aktivität die Belastung langsam steigern.
Vorbeugen:
- Wärmen Sie sich vor der sportlichen Betätigung sorgfältig auf!
- Wechseln Sie den Oberflächenbelag langsam und passen Sie die Trainingsintensität
entsprechend an!
- Passen Sie ihre Schuhe dem Bodenbelag an. Auch Einlagen vom Schuhorthopädie-
Techniker können erforderlich sein.
- Passen Sie ihre Lauftechnik dem Bodenbelag an.