Hach, endlich mal was wo man verstanden wird. Gerade für mich als Laufjunkie auf Entzug genau das Richtige. :-D
1) Kommt es durch öfteres Laufen zu einer intensieveren / bewussteren Wahrnehmung des Runners High?
Hmm, ich dachte immer der Runners High tritt ab einer gewissen Schwelle des Laufens ein, insbesondere bei langen Strecken, so das man nur noch Laufen und Laufen will. Darf ich ehrlich sein, mir reicht normales Laufen und das befreit auch ungemein - bläst den Kopf frei und hinterher sind die Sorgen ganz weit weg.
Für mich ist ein Runners High ein Mythos, sowas wie der Yeti, der Weihnachtsmann und der Klapperstorch. Gut, 10 Kilometer am Stück laufen war für mich vor 8 Monaten auch noch ein Mythos und wer gesagt hätte ich könne das, den hätte ich eine warme Jacke besorgt, die man von Hinten zumacht.
2) Sorgt dieses Runners High für die Sucht am laufen?
Keine Ahnung. Laufen alleine schon kann wie eine Sucht sein. Insbesondere dann wenn man gerade nicht kann - oder darf - dann fehlt es einem besonders, mit allen Suchtfolgen, wie ständiges Vibrieren der Füsse, checken ob man nicht doch Laufschuhe in die Tasche gepackt hat usw.
3) Welche Rolle spielen bei der Motivation die sog. Erwartungsemotionen?
Erwartungsemotionen? Hmm, Laufen heißt für mich abschalten können. Laufen ist für mich trotz der körperlichen Anstrengung so etwas wie Entspannung. Mein Kopf kann auf Leerlauf schalten oder sich mit wichtigeren Problemen beschäftigen, derweil gleitet die Landschaft an einem vorbei - man atmet - so man nicht gerade an der Autobahn entlang hechelt, halbwegs gute Luft ein und man hat Ruhe unendliche Ruhe - zumindest wenn man nicht einen Laufpartner hat, der einem vollquasselt.
4) Würden Sie im Zusammenhang mit diesem Erlebnissen auf langer Sicht eine Laufsucht bestätigen?
Ich gestehe: Ich bin süchtig. ;-) Und zu dieser Sucht stehe ich - ich denke mal wie die meisten hier im Forum auch.
Es gibt sogar noch Steigerungsformen bei dieser Sucht: Mein Tipp an den Frager. Fang an zu Laufen und nimm einmal an einem Wettbewerb teil. Ich garantiere, das Du hinterher nicht nur Laufsüchtig bist, sondern auch die Sucht nach Wiederholen dieses Erlebnisses Wettkampf in Dir steigt.
5) Stellt die Endorphinausschüttung / Runners High in diesem Zusammenhang einen wichtigen Indikatior für die Laufsucht dar?
Kann sein, muss aber nicht sein. Ich denke es ist eher das was ich unter Punkt 3 beschrieben habe in Zusammenhang mit wachsener Leistungsbereitschaft.
6) In wiefern motiviert Sie das Runners High sich in Ihrer Zeit zu steiern wie das Lauftraining?
Zunächstmal die wenigsten Läufer werden sowas wie ein Runners High erlebt haben oder selbst erleben. Mir sind sind zumindest nicht viele Läufer bekannt, die so ein Erlebnis schonmal hatten. Aber jeder Läufer möchte sich irgendwo steigern. Bei dem einen ist es das er die 10 Kilometer unter 40 Min. laufen will, der andere will statt bisher 21 Kilometer 42 Kilometer schaffen. Ohne Ziele würde es den meisten sicher auch langweilig.
7) Ist das Motivationstraining bei der MArathon Vorbereitung genauso wichtig wie das Lauftraining?
Ich denke wer sich freiwillig einem Marathon stellt, der muss schon entsprechend Motiviert sein. Dazu 42 Kilometer zu laufen gehört nicht nur Beinarbeit, sondern auch Kopfarbeit - sprich die Überzeugung des Kopfes die Beine laufen zu lassen.
8) Inwiefern sorgt die Suchtbefriedigung zu einer erhöhten Trainingsbereitschaft?
Hm, erhöhte Trainingsbereitschaft. Ich sag es mal so, die Sucht verleitet dazu manchmal auch zu Trainieren, wenn dies gar nicht mehr sinnvoll ist - sprich bei Verletzungen. Man neigt schnell dazu, wenn eine Verletzung an den Laufwerkzeugen vorhanden ist, die sich beim Laufen selbst nicht schmerzhaft ausdrückt, trotzdem zu laufen, obwohl eine Pause besser sein sollte. Es ist eher Unvernunft als erhöhte Trainingsbereitschaft.
9) Welche Rolle spielt der Stressabbau bei Ihrer Motivation einen Marathon zu laufen?
Hmmm, ich glaube würde ich einen Marathon laufen hätte ich in den 6 - 8 Stunden die ich dafür benötigen würde, alle Zeit der Welt sämtliche Probleme die irgendwo vorhanden sind zu lösen und darüber nachzudenken, um die Lösung beim Duschen nach dem Lauf wieder zu vergessen. Und dann hätte ich wirklich Streß. Leider ist Dein Abitur näher als mein erster Marathon, der wird denke ich erst so 2013, 2014 sein.