Dieser Artikel aus der Berliner Morgenpost (
http://www.morgenpost.de) vom 26. April 2008 wurde Ihnen geschickt von Immanuel Blunt
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Getestet: Wii Fit - der Fitness-Trainer fürs Wohnzimmer. Ein Erfahrungsbericht
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Es ist schon ein etwas seltsames Gefühl, im eigenen Wohnzimmer auf einer Art Personenwaage zu stehen und die Bewegungen eines Skispringers nachzuahmen. Andererseits: Ist es weniger seltsam, sich auf einem Fahrrad ohne Räder abzumühen und dabei nicht einen einzigen Meter vorwärts zu kommen? Schon mit seiner mittels Gefuchtel und Gehüpfe gesteuerten Spielkonsole Wii beendete der japanische Spielzeugkonzern Nintendo die goldene Ära, in der man vor dem TV-Bildschirm einen Rekord nach dem anderen aufstellen konnte, ohne mehr als zwei Finger krumm zu machen.
Nun müssen es also Yoga, Balanceübungen und - die männlich dominierte Gamer-Gemeinde wendet sich spätestens jetzt mit Grausen ab - Aerobic sein!
Wii Fit heißt das neue Zusatzgerät zur Wii-Konsole, und es schreckt nicht einmal davor zurück, einem das eigene Körpergewicht samt Body Mass Index (BMI) Bunt auf Weiß auf dem Fernsehschirm zu präsentieren. Nach einigem Einführungsgeplänkel geht es los und wahlweise ein Trainer oder eine Trainerin machen einen mit weiteren unerfreulichen Wahrheiten vertraut: Mit der körperlichen Balance ist es nicht weit her, die Haltung lässt zu wünschen übrig und die allgemeine Fitness - nun ja. Auf jeden Fall muss etwas getan werden, und zwar am besten täglich.
Für alle, die das Glück haben, mit einer Frau zusammenzuleben, naht nun Rettung. Angelockt von den Stöhn- und Ächzlauten, die auf einmal statt Motorgedröhn und Ego-Shooter-Geballer aus dem Wohnzimmer dringen, begehrt die freudig überraschte Dame des Hauses Zugang zum Folterbrett. Und siehe da: Hat man die mehr oder minder schmerzhaften Prozeduren der Gewichtsvermessung und Ermittlung des "Wii Fit-Alters" erst einmal hinter sich gebracht ("So ein Quatsch, das KANN gar nicht stimmen!"), scheint die Sache sogar richtig Spaß zu machen. Zumal man beim Trainieren Punkte sammelt und Fortschritte in Form von Tabellen visualisiert werden, wodurch schon bald im eigenen Heim allerlei sportliche Wettkämpfe entbrennen. Schließlich hat man ja auch als Mann seinen Stolz. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Die Sache ist schweißtreibend. Wer länger als eine halbe Stunde trainiert, kann sich auf einen handfesten Muskelkater gefasst machen.
Das Geheimnis des Wii Fit - oder des "Balance Board", wie es international heißt - sind eine Reihe von Sensoren an der Unterseite, die jede Bewegung des Benutzers registrieren. So merkt das Gerät, ob man den Anweisungen des Trainingspersonals Folge leistet oder sich durchmogelt.
Vorrausetzung ist allerdings eine Menge Platz im Wohnzimmer. Dreieinhalb Meter in der Länge und zwei Meter in der Breite sollte man schon zur Verfügung haben und schwer ersetzbares Steingut sollte auch nicht in der Nähe stehen.
Auch der Anschaffungspreis ist nicht ohne. Zu den rund 90 Euro, die das Board inklusive Software kostet, kommen für Nichtspieler noch einmal rund 250 Euro für die Spielkonsole selbst hinzu. Dafür bekommt man ein sehr wertig verarbeitetes Gerät, bei dem neben der Fitness auch der Spaß nicht zu kurz kommt. sha
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